Maulbrütender Hexenwels - lat. Loricaria simillima
✔ Becken ab 120cm |
✔ Omnivore |
✔ Gruppe ab 5 Tieren |
✔ Größe ~20cm |
✔ Südamerika |
✔ Alter bis 14 Jahre |
Der Loricaria simillima in der Natur
Der Maulbrütende Hexenwels (Loricaria simillima) ist ein ruhiger und außergewöhnlich geformter Harnischwels aus Südamerika. Sein lang gestreckter, flacher Körper, die feine Marmorierung und der schmale Schwanzstiel verleihen ihm das typische Erscheinungsbild eines Hexenwelses. Je nach Herkunft und Individuum kann die Färbung deutlich variieren.
Die Art besitzt ein sehr großes Verbreitungsgebiet und kommt in den Einzugsgebieten des Amazonas, des Orinoko und des Río de la Plata vor. Dort bewohnt sie unterschiedliche Flüsse, Bäche und Nebenarme mit weichen Sandflächen. Bekannt ist Loricaria simillima vor allem für seine besondere Brutpflege: Das Männchen trägt das befruchtete Eipaket an seiner vergrößerten Unterlippe und versorgt es bis zum Schlupf.
Wasserwerte in der Heimat der Loricaria simillima
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pH -Wert |
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Leitwert |
µS |
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Gesamthärte |
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Karbonathärte |
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Temperatur |
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Nitrat |
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Die natürliche Lebensweise der Loricaria simillima
Ernährung der Loricaria simillima in der Natur
Geschlechterunterscheidung und Brutverhalten
Bei geschlechtsreifen Tieren sind die Männchen vor allem an ihren deutlich vergrößerten Mundpartien zu erkennen. An den Lippen entwickeln sich stärker ausgeprägte und verzweigte Barteln, die später das Eipaket tragen.
Weibchen besitzen weniger stark entwickelte Lippenbarteln und wirken bei guter Kondition meist kräftiger und im Bauchbereich fülliger. Bei Jungtieren ist eine sichere Geschlechtsbestimmung häufig noch nicht möglich.
Der maulbrütende Hexenwels im Aquarium
Das Aquarium sollte eine möglichst große Grundfläche und einen feinen, nicht scharfkantigen Sandboden besitzen. Die Tiere liegen häufig ruhig auf dem Boden, graben sich teilweise ein und suchen im Sand nach Futter. Grober oder scharfkantiger Kies ist deshalb ungeeignet und kann die empfindliche Bauchseite sowie die Barteln verletzen.
Wurzeln, glatte Steine, schattige Unterstände und einige ausreichend große Röhren schaffen sichere Ruheplätze. Zwischen den Verstecken müssen offene Sandflächen erhalten bleiben. Robuste Pflanzen können verwendet werden und sorgen zusammen mit Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht. Eine lockere Schicht aus geeignetem Herbstlaub bietet zusätzliche Deckung und unterstützt die Bildung von Mikroorganismen.
Eine leistungsfähige Filterung, gute Sauerstoffversorgung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind wichtig. Die Strömung darf moderat sein, sollte die Tiere am Boden jedoch nicht dauerhaft belasten. Da Hexenwelse empfindlich auf dauerhaft hohe organische Belastung reagieren können, müssen Futterreste zeitnah entfernt und Nitrit sowie Ammonium beziehungsweise Ammoniak dauerhaft vermieden werden.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
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pH -Wert |
6-7,5 |
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Leitwert |
20-450µS |
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Gesamthärte |
2-20 |
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Karbonathärte |
1-8 |
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Temperatur |
25-30°C |
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Nitrat |
< 50mg/Liter |
Haltung von maulbrütenden Hexenwelsen im Aquarium
Loricaria simillima ist ein ruhiger, überwiegend bodenorientierter Wels. Die Tiere lassen sich als harmonierendes Paar oder – bei ausreichender Bodenfläche – in einer kleinen Gruppe halten. Innerartlich gelten sie als vergleichsweise verträglich. Während der Fortpflanzungszeit können Männchen jedoch bevorzugte Ruhe- und Laichbereiche beanspruchen, weshalb mehrere voneinander getrennte Verstecke angeboten werden sollten.
Die Art ist häufig in der Dämmerung und während der Nacht besonders aktiv. Ruhige Beifische im freien Wasser können scheuen Hexenwelsen Sicherheit vermitteln. Wichtig ist, dass jedes Tier kontrolliert werden kann und ausreichend Futter erhält.
Der maulbrütende Hexenwels ist ein durchaus sehr geselliger Wels und sollte deshalb auch in einer Gruppe von mindestens 3, besser 5 Tieren gepflegt werden. Geeignet sind aufgrund der Länge, die sie erreichen können, Becken ab einer Kantenlänge von 120cm.
Sie bevorzugen Aquarien mit einer guten Strömung, wie in der Natur. Deshalb solltet Ihr bei der Haltung von dem maulbrütenden Hexenwels am besten eine Strömungspumpe im mittleren bzw. unteren Bereich einplanen.
Bei guter Pflege können diese Tiere ohne Probleme ein Alter von 14 Jahren erreichen.
Ernährung des maulbrütenden Hexenwels im Aquarium
Maulbrütende Hexenwelse sind Allesfresser, welche jedoch einen überwiegend grünen Anteil benötigen. Da sie jedoch alles an Futter gut annehmen, wurden sie den Omnivoren zugeordnet.
Algenaufwuchs und pflanzliche Bestandteile können mitgefressen werden, reichen als alleinige Nahrung aber nicht aus. Gelegentlich können Gurke, Zucchini oder geeignete pflanzliche Futtertabs angeboten werden. Da die Tiere langsam und zurückhaltend fressen, empfiehlt sich eine gezielte Fütterung in der Nähe ihrer Ruheplätze, gegebenenfalls nach dem Ausschalten der Beleuchtung.
Sie ernähren sich gern von pflanzlicher Nahrung wie Aufwuchs oder auch Futter, welches einen Spirulina- oder Algenanteil hat. Hier könnt ihr auf verschiedene Tabs setzen, wie die Pleco-Wafer von Fluval oder die Spirulina-Tabs von JBL. Besonders zur Aufzucht sollte auch Laub nicht fehlen.
Laub könnt ihr also nicht nur als Dekoration ins Becken geben, sondern hier dient es auch als Futterquelle.
Vergesellschaftung mit dem maulbrütenden Hexenwels
Die maulbrütenden Hexenwelse sind an sich sehr friedliche Welse, die überwiegend den ganzen Tag irgendwo herumliegen/herumhängen. Innerartlich kann es unter Männchen zu kleinen Reviergerangeln kommen, weshalb ihr hier auf eine gute Geschlechtsverteilung achten solltet.
Die Vergesellschaftung mit wirbellosen Tieren ist möglich, gelegentlich kann jedoch eine kleine Schnecke ausgeschlürft werden oder auch eine Zwerggarnele gejagt werden. Aktiv passiert es aber regulär nicht, wenn das Futter abwechslungsreich ist.
Mit anderen friedlichen Zierfischen könnt Ihr die Welse super zusammen halten, sofern alle ähnliche Ansprüche an die Einrichtung, das Futter und die Wasserwerte besitzen. So könnt Ihr Stress vermeiden und die Tiere bleiben lange gesund.
Zucht der maulbrütenden Hexenwelse
Die Nachzucht von Loricaria simillima ist im Aquarium möglich und wegen der besonderen Brutpflege ausgesprochen interessant. Gut konditionierte Tiere benötigen abwechslungsreiches Futter, sauberes Wasser und möglichst stabile Bedingungen. Regelmäßige größere Teilwasserwechsel können die Laichbereitschaft fördern.
Das Ablaichen findet häufig nachts statt. Nach der Befruchtung übernimmt das Männchen die Brutpflege: Es trägt das zusammenhängende Eipaket an der stark entwickelten Unterlippe und hält die Eier durch Bewegungen der Mundpartien sauber und mit sauerstoffreichem Wasser versorgt. Diese Form wird genauer als väterliches Lippenbrüten bezeichnet. Das Männchen trägt die Eier ungefähr 10–15 Tage.
Während dieser Zeit sollte es nicht unnötig gestört werden. Um Eier und Jungfische vor anderen Aquarienbewohnern zu schützen, können die Mitbewohner entfernt oder das brutpflegende Männchen sehr vorsichtig in ein separates, eingefahrenes Becken umgesetzt werden. Einzelne Männchen können das Gelege vorzeitig abwerfen oder fressen, insbesondere bei Stress. Nach dem Schlupf besitzen die Jungfische zunächst einen deutlich sichtbaren Dottersack.
Sobald dieser nach wenigen Tagen aufgezehrt ist, können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und sehr fein zerriebenes Trockenfutter angeboten werden. Die Jungfische benötigen ständigen Zugang zu geeignetem Futter, reagieren aber zugleich empfindlich auf Futterreste, schlechte Wasserqualität und abrupte Veränderungen. Kleine, regelmäßige Wasserwechsel und sorgfältige Hygiene sind daher entscheidend.
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