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orangeflossen Panzerwels - lat. Corydoras Sterbai

orangeflossen Panzerwels - lat. Corydoras Sterbai

Geschätze Lesezeit: 9 Minuten
Nancy
24.09.2026

✔ Becken ab 100cm
✔ Carnivore
✔ Gruppe ab 5 Tieren

✔ Größe ~8cm
✔ Südamerika
✔ Alter bis 12 Jahre

Der Hoplisoma sterbai ( Corydoras sterbai ) in der Natur

Der Sterbas Panzerwels trägt nach der aktuellen wissenschaftlichen Einordnung den Namen Hoplisoma sterbai. In der Aquaristik ist die Art weiterhin überwiegend unter dem Synonym Corydoras sterbai bekannt. Sie gehört zur Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und wurde 1962 von Joachim Knaack beschrieben. Die Typuslokalität liegt im Rio Guaporé in Brasilien.

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst das Flusssystem des Rio Guaporé im westlichen Amazonasbecken in Zentralbrasilien und Bolivien. Die Art besiedelt kleinere Flüsse und Nebenbäche sowie zeitweise überflutete Waldgewässer. Typisch sind weiche, eher saure Gewässer mit sandigem oder schlammigem Untergrund. Je nach Habitat kommen Wurzeln, Äste, Falllaub, schattige Uferzonen und nur wenige Wasserpflanzen vor.

Der Sterbas Panzerwels besitzt einen dunklen Kopf mit hellen Punkten und ein auffälliges Linien- und Punktmuster auf dem Körper. Charakteristisch sind die kräftig orange gefärbten Brustflossenstacheln. Beim ähnlich gezeichneten Hoplisoma haraldschultzi ist das Muster am Kopf umgekehrt: dunkle Punkte und Linien liegen auf hellerem Grund.


Wasserwerte in der Heimat der Corydoras Sterbai

Das Einzugsgebiet des Rio Guaporé umfasst unterschiedliche Gewässertypen und unterliegt jahreszeitlichen Veränderungen. Vollständige, artspezifische Messreihen für pH-Wert, Härte, Leitwert und Nitrat sind für die einzelnen Fundorte nicht durchgehend veröffentlicht. Die folgenden Angaben beschreiben deshalb den belegten Lebensraum und keine ganzjährig konstanten Werte.

pH-Wert

Natürliche Habitate überwiegend sauer; keine einheitliche Fundort-Messreihe

Leitwert

Je nach Gewässer und Jahreszeit unterschiedlich; keine belastbare artspezifische Spanne

Gesamthärte

Überwiegend weiches Wasser; keine einheitliche Fundort-Messreihe

Karbonathärte

In weichen, sauren Habitaten meist niedrig; nicht artspezifisch beziffert

Temperatur

Tropisch und saisonal schwankend; veröffentlichter Haltungsbereich etwa 23–28 °C

Nitrat

Keine belastbare artspezifische Messreihe veröffentlicht

Die natürliche Lebensweise der Corydoras Sterbai

Corydoras Sterbai leben bodennah und suchen den Untergrund mit ihren Barteln nach Nahrung ab. Als gesellige Panzerwelse halten sie sich häufig in Gruppen auf. Wurzeln, Falllaub, überhängende Ufervegetation und trüberes oder huminstoffreiches Wasser bieten Deckung vor Fressfeinden.

Die Art ist ein fakultativer Luftatmer. Zusätzlich zur Kiemenatmung kann sie atmosphärische Luft an der Wasseroberfläche aufnehmen und Sauerstoff über den Darm verwerten. Das gelegentliche, schnelle Aufsteigen zur Oberfläche gehört daher zum natürlichen Verhalten.


Ernährung des Corydoras Sterbai in der Natur

Hoplisoma sterbai ist ein Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für tierische Kleinnahrung. In der Natur werden Zooplankton, kleine Krebstiere, Würmer, Insektenlarven und weitere bodennahe Wirbellose aufgenommen. Auch organisches Material und Detritus können Bestandteil der Nahrung sein. Der Sterbas Panzerwels ist jedoch weder ein Algenvernichter noch ein Resteverwerter, der ohne gezielte Fütterung auskommt.

Geschlechter und Brutverhalten

Ausgewachsene Weibchen werden meist etwas größer und wirken besonders von oben betrachtet breiter und fülliger. Männchen bleiben schlanker. Eine Geschlechtsbestimmung ist bei jungen oder noch nicht ausgewachsenen Tieren deutlich schwieriger.

Wie für viele Panzerwelse typisch, erfolgt die Paarung in der sogenannten T-Stellung. Das Weibchen nimmt ein oder mehrere Eier zwischen den Bauchflossen auf und befestigt sie anschließend an einer gereinigten Oberfläche, beispielsweise an Pflanzenblättern oder anderen glatten Strukturen. Eine Brutpflege findet nicht statt. Saisonale Veränderungen während der Regenzeit – darunter Frischwasserzufuhr, eine veränderte Temperatur, stärkere Strömung und ein größeres Nahrungsangebot – dienen als natürliche Fortpflanzungsreize.

Der orangeflossen Panzerwels im Aquarium

Viele Ansprüche an die Gestaltung im Aquarium haben die Orangeflossen-Panzerwelse nicht. Aber eine ist durchaus recht wichtig und das ist der Bodengrund. Dieser sollte für die Tiere nicht zu grob und auch nicht scharfkantig sein. Panzerwelse benutzen den Bodengrund für 2 wichtige Dinge. Zum einen für das Gründeln und das Futtersuchen im Bodengrund und zum anderen für die Reinigung der Kiemen, indem sie die kleinen Steinchen durch die Kiemen spülen. Deshalb solltet ihr bei den Sterbai-Panzerwelsen einen Bodengrund mit 0,1 - 1,2mm nutzen.

Bei der allgemeinen Gestaltung und Struktur durch Wurzeln und Steine ist euch dann wieder freie Hand gelassen. Schafft mit dieser natürlichen Dekoration Unterstände und Rückzugsorte für die Tiere.

Auch mit verschiedenen Wasserpflanzen schafft ihr eine tolle Struktur und schattige Plätze für die Tiere. Auch eine Portion Herbstlaub wird gern als Versteck genutzt. Sterbai Panzerwelse lieben Strömung, weshalb ihr gern mit einer separaten Strömungspumpe im unteren Bereich eine Flussströmung nachstellen könnt.


Wasserwerttoleranzen im Aquarium

pH -Wert

 6 - 7.5

Leitwert

 ~250 - 450ms

 Gesamthärte

2 - 15

 Karbonathärte

 1 - 4

 Temperatur

 23 - 28°

 Nitrat

< 30mg / Liter


Haltung von Orangeflossen-Panzerwelsen im Aquarium

Auch die tollen rund 7-8cm großen Orangeflossen-Panzerwelse werden in einer Gruppe ab mindestens 5 Tieren gehalten. Aufgrund ihrer Größe benötigt ihr jedoch schon ein Aquarium mit einer Kantenlänge von mindestens 100cm. In diesem Becken könnt ihr dann eine Gruppe von 5 - 12 Tieren maximal halten.

Sterbas Panzerwelse benötigen sauberes, sauerstoffreiches Wasser und vertragen dauerhaft verschmutzten Bodengrund schlecht. Futterreste und Mulmansammlungen sollten regelmäßig entfernt werden. Wöchentliche Teilwasserwechsel und eine leistungsfähige, nicht übermäßig starke Filterung unterstützen ihre Gesundheit. Da Panzerwelse atmosphärische Luft aufnehmen können, muss die Wasseroberfläche jederzeit frei erreichbar bleiben.

Wenn ihr weitere Tiere für den Bodenbereich einsetzen wollt, also weitere Welsarten oder auch Zwergbuntbarsche, solltet ihr auf jeden Fall ein Aquarium nutzen, welches 120cm Kantenlänge hat.

Wenn ihr die Orangeflossen-Panzerwelse gut pflegt, dann können sie ein Alter von bis zu 12 Jahren erreichen.


Ernährung von Orangeflossen-Panzerwelsen im Aquarium

Die Sterbai- oder orangeflossen Panzerwelse sind carnivore Welse und damit sogenannte Fleischfresser.  Auch wenn sie in der Haltung im Aquarium nicht sonderlich wählerisch sind und eigentlich an allem Möglichen an Futter knabbern, solltet ihr besonders darauf achten, dass die Tiere einen ausreichend hohen Anteil an Eiweiß und tierischen Proteinen bekommen.

Dabei könnt ihr den Orangeflossen-Panzerwelsen verschiedene Futtersorten von Trockenfutter anbieten, welche direkt für Bodenwelse hergestellt sind. Diese sollten bestenfalls als sinkendes Futter beschrieben sein. Ihr könnt meistens verschiedene Tabletten, Granulat oder Sticks anbieten. Für carnivore Panzerwelse eignen sich besonders die Shrimp Sticks von Söll.

Wer den Orangeflossen-Panzerwelsen etwas Gutes tun möchte, der kann ihnen auch für mehr Abwechslung Frostfutter wie Artemia und Tubifex, aber auch Lebendfutter wie Glanzwürmer, Tubifex und Enchyträen anbieten. So habt ihr eine tolle abwechslungsreiche und gesunde Ernährung.


Vergesellschaftung mit dem Orangeflossen-Panzerwels

Der Sterbas Panzerwels ist ausgesprochen friedlich und eignet sich für ein Gesellschaftsaquarium mit ruhigen Salmlern, kleineren Bärblingen, friedlichen Zwergbuntbarschen und anderen nicht aggressiven Arten, sofern die Ansprüche an Temperatur und Wasserwerte zusammenpassen. Große, räuberische oder stark territoriale Fische sind keine geeigneten Mitbewohner.

Eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist möglich, wenn das Aquarium ausreichend strukturiert ist. Sehr kleine Garnelen und frisch geschlüpfte Jungtiere können jedoch gefressen werden. Werden mehrere bodenbewohnende Arten gemeinsam gehalten, müssen Grundfläche, Verstecke und Futtermenge entsprechend vergrößert werden.

Zucht von Sterbas Panzerwelsen

Die Nachzucht von Hoplisoma sterbai ist im Aquarium möglich. Gut konditionierte Tiere werden mit abwechslungsreicher, proteinreicher Nahrung vorbereitet. Ein größerer Teilwasserwechsel mit etwas kühlerem, weichem Wasser sowie eine erhöhte Strömung und Sauerstoffversorgung können die Regenzeit simulieren und das Ablaichen auslösen. Zu starke oder abrupte Temperaturstürze sind zu vermeiden.

Während der Paarung nehmen die Tiere die typische T-Stellung ein. Das Weibchen hält ein oder mehrere Eier zwischen den Bauchflossen und klebt sie anschließend an Scheiben, Pflanzenblätter oder andere glatte Flächen. Da die Eltern keine Brutpflege betreiben und Eier fressen können, werden die Eier zur gezielten Aufzucht vorsichtig in ein separates, gut belüftetes Gefäß oder Aufzuchtbecken überführt. Ein künstliches Antrocknen der Eier ist nicht erforderlich und sollte vermieden werden.

Abhängig von der Temperatur schlüpfen die Larven meist nach wenigen Tagen. Nach dem Verbrauch des Dottersacks erhalten sie sehr feines Lebendfutter, Mikrowürmer und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Sauberes Wasser, eine sanfte Belüftung und häufige kleine Wasserwechsel sind während der Aufzucht besonders wichtig.


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