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Taxonomie in der Zoologie - Namen und Hierarchien der Tiere

Taxonomie in der Zoologie - Namen und Hierarchien der Tiere

Geschätze Lesezeit: 8 Minuten
Nancy
19.04.2025
Die Taxonomie ist auch als binäre Nomenklatur bekannt und bedeutet nichts anderes als die Ordnung bzw. das Klassifikationsschema. Naturwissenschaftlich wird damit eine strenge Regel der hierarchischen Klassifikation bezeichnet. Niemand, der sich nicht ausgiebig mit der Bildung von wissenschaftlichen Namen befasst, wird davon was gehört haben. Wir wollten euch kurz den Sinn hinter dem doch komplexen und strengen System in der Biologie erklären:

Wo kommt die binäre Nomenklatur her?

Bereits Carl von Linné (lateinisch auch Carolus Linnaeus) hat im 18. Jahrhundert als schwedischer Naturforscher gesagt, dass man entdeckte Arten, egal ob Tiere, Pflanzen, Viren, Bakterien usw., klar und deutlich beschreiben und klassifizieren muss, damit es zu keinen Dopplungen kommt und jeder Wissenschaftler genau weiß, wovon man spricht.

Dadurch kam er auf die Idee der noch heute beibehaltenen und streng fortgeführten binären Nomenklatur, die damit die Grundlage der modernen botanischen und zoologischen Taxonomie (Ordnung / Klassifizierung) ist.

Wo sind die Regeln zur Taxonomie dazu festgeschrieben?

Zur binären Nomenklatur gibt es einige Regelwerke. Die momentan aktuellen Bedingungen findet ihr unter den folgenden Regelwerken:

ICBN - Internationaler Code der Botanischen Nomenklatur (Pflanzen)
IRZN oder ICZN - Internationale Regeln / Code für zoologische Nomenklatur (Tiere)
ICNB – International Code of Nomenclature of Bacteria (Bakterien)
ICNCP – International Code of Nomenclature for Cultivated Plants (Kulturpflanzen)
ICVCN – International Code of Virus Classification and Nomenclature (Viren)

Damit wurden internationale Regeln zur einheitlichen Beschreibung geschaffen, sodass auf der ganzen Welt klar vorgegeben ist, wie Arten klassifiziert werden müssen. Mit dieser Klassifizierung schafft man eine klare Zuordnung.


Wie sieht die binäre Nomenklatur in der Zoologie aus?

Wie bereits erwähnt, gibt es hier ein paar Regeln, die beachtet werden sollten, wenn man sich wissenschaftlich verständigen will und es korrekt darstellen möchte.

Der wissenschaftliche Name besteht aus zwei Teilen. Der Gattung und der Art (auch Art-Epitheton genannt). Diese bilden zusammen den Artnamen, der immer eindeutig nur einer Spezies zugeordnet werden kann. Da die Sprache der Wissenschaft überwiegend lateinisch ist, wird der wissenschaftliche Name auch gern lateinischer Name bezeichnet. Auch wenn manche Namen aus dem Griechischen kommen, wurde einfachheitshalber und der Übersichtlichkeit wegen der wissenschaftliche Name latinisiert. Sodass die Bezeichnungen "wissenschaftlicher Name“ und „lateinischer Name" beide umgangssprachlich richtig sind.

Weitere Regeln bzw. Richtlinien gibt es in der Schreibweise:

  • Gattungsbezeichnungen beginnen immer mit einem Großbuchstaben, zum Beispiel: Microgeophagus, Puntius, Apistogramma
  • Artenbezeichnungen werden immer kleingeschrieben, zum Beispiel: borelli, pentazona, ramirezi. Diese werden auch am Satzanfang kleingeschrieben.
  • Es handelt sich bei der Bezeichnung meist um ein lateinisches Substantiv im Nominativ Singular oder ein lateinisches Adjektiv
  • Wird ein Text mitgedruckt, so werden sie immer kursiv geschrieben
  • ist eine Art noch nicht sicher bestimmt, wird ihr das Kürzel cf.  beigefügt, was so viel wie "ähnlich wie" bedeutet
  • Es sind zusätzliche binominale Nennungen der Unterart möglich, die ebenfalls kleingeschrieben hinter dem Artennamen kommen (Beispiel: Homo erectus pekinensis, hier handelt es sich um den Menschenaffen und speziell die Unterart aus Peking).
  • Untergattungen können in Klammern angegeben werden, zum Beispiel Helix (Cornu) aspersa, die gefleckte Weinbergschnecke, die eigentlich der Hauptgattung Helix zugeordnet ist und dort in der Untergattung Cornu zu finden ist

Aber es gibt auch Namensgebungsmöglichkeiten, die in der binären Nomenklatur nicht geregelt sind:

  • Benennung von Varianten und Formen wie Farbformen oder Zuchtformen: Diese können namentlich frei genannt werden, wie man es möchte, verbreitet ist hier das Kürzel „var." für Varietät und „forma“ für Form. So wäre eine Bezeichnung wie folgt richtig: Microgeophagus ramirezi forma electric blue. Varietät wird jedoch nur noch selten verwendet. Oft werden bereits Importe von Händlern unter falscher Bezeichnung vorgenommen und so an den Einzelhändler und Endkunden weitergegeben. Damit ist im Handel die richtige binäre Nomenklatur etwas verschwunden. Was jetzt nicht zwingend schlimm ist, denn ob der Name nun wissenschaftlich in der richtigen Schreibweise dargestellt ist, sehen nur 1% der Kunden, da die meisten, die Nomenklatur nicht mal kennen.

  • Auch die Bezeichnungen der Generationen sind nicht geregelt. F1-F6 sind keine wissenschaftlichen Bezeichnungen. Nach ICZN ist hier der Artname der Eltern mit einem x anzugeben. Also zum Beispiel: Betta splendens × imbellis, meist wird jedoch der Name des weiblichen Tieres zuerst genannt.

Namensgebung in der Zoologie

Die Namen der Art und Gattung werden meist aufgrund von Merkmalen vergeben und zugeordnet. Manchmal auch nach einem Fundort oder der Person, die sie entdeckt hat, selbst. Wobei letzteres nicht gern gesehen wird.

Wird eine Art ohne korrekte Namensnennung veröffentlicht und diese später Gattungen  angepasst, so schreibt man den Autor und das Jahr der Erstbeschreibung in Klammern dahinter.

Taxonomie der Tiere


Als Beispiel:

Ordnung: Cichliformes (deutsch Buntbarsche )
Familie: Cichlidae (deutsch Buntbarsche) 
Gattung: Mikrogeophagus 
Art : ramirezi
Artname / wissenschaftlicher Name/ lateinischer Name: Mikrogeophagus ramirezi

Deutsche Bezeichnung: Südamerikanischer Schmetterlingsbuntbarsch oder auch nur Schmetterlingsbuntbarsch. Deutsche Bezeichnungen sind keine einheitlichen wissenschaftlichen Bezeichnungen. Es ist immer wichtig, die wissenschaftliche Bezeichnung zu kennen, um die Art genau zuzuordnen.

Zuchtformen sind nicht eindeutig geregelt, so sind Namensgebungen wie 

Mikrogeophagus ramirezi electric blue, aber auch Mikrogeophagus ramirezi var. Electric Blue verbreitet.

Wir haben euch hier die "wissenschaftliche" Richtigkeit von Namen aufgezeigt. Sollten wir in den Texten, mal die Art großschreiben oder irgendwas nicht in Klammern stehen, dann  ist das kein Verbrechen. Wir bemühen uns, solche Sachen immer mit zu berücksichtigen, jedoch ist es manchmal technisch wichtig, es anders darzustellen. Nur weil ein Großbuchstabe bei der Art verwendet wird, heißt es nicht, dass die Bezeichnung an sich falsch ist. Wir stellen kein wissenschaftliches Lehrlexikon dar, sondern ein Lexikon, das die Zusammenfassung und übersichtliche Erklärung unterschiedlicher Arten darstellt sowie Tipps und wichtige Informationen rund um die Aquaristik bietet. Wir wollen mehr Verständnis für die Lebensweise der Tiere in der Natur und die artgerechte Haltung bieten und somit eine bessere Haltung von Zierfischen und mehr Freude auch bei Problemen in der Aquaristik fördern.

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