Blutsalmler - lat. Hyphessobrycon eques
✔ Becken ab 80cm |
✔ Omnivore |
✔ Gruppe ab 8 Tieren |
✔ Größe ~4,5cm |
✔ Südamerika |
✔ Alter bis 5 Jahre |
Der Hyphessobrycon eques in der Natur
Der Blutsalmler ist ein südamerikanischer Salmler, der traditionell unter dem wissenschaftlichen Namen Hyphessobrycon eques bekannt ist. In aktuellen taxonomischen Datenbanken wird die Art teilweise als Megalamphodus eques geführt. Weitere gebräuchliche Namen sind Roter von Rio, Serpae-Tetra und Juwelensalmler.
Typisch sind der hochrückige Körper, die kräftige rote bis rotbraune Grundfarbe und ein dunkler Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel. Die Rückenflosse trägt eine auffällige schwarze Zeichnung, während die übrigen Flossen je nach Population, Alter und Stimmung rote, schwarze oder helle Anteile zeigen.
Wissenschaftlich dokumentiert sind ungefähr 4 cm Standardlänge; einschließlich Schwanzflosse können kräftige Tiere etwa 4 bis 5 cm erreichen. Das natürliche Verbreitungsgebiet ist groß und umfasst Teile des Amazonas-, Guaporé- und Paraguay-Beckens. Damit kommt die Art unter anderem in Brasilien, Bolivien, Paraguay und im nördlichen Argentinien vor.
Die weite Verbreitung erklärt die Unterschiede in Färbung und Zeichnung verschiedener Populationen. Außerdem gehören Blutsalmler zu einem schwer abgrenzbaren Komplex verwandter roter Salmler, aus dem im Handel auch Mischformen auftreten können.
Wasserwerte in der Heimat der Hyphessobrycon eques
Blutsalmler besiedeln ein breites Spektrum tropischer Süßgewässer. Die Messwerte unterscheiden sich zwischen den großen Flusssystemen, Überschwemmungsflächen und Jahreszeiten deutlich.
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pH -Wert |
etwa 5,0–7,8 im gesamten Verbreitungsgebiet |
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Leitwert |
stark standort- und saisonabhängig |
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Gesamthärte |
regional sehr unterschiedlich; Literaturbereich bis etwa 25 °dGH |
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Karbonathärte |
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Temperatur |
etwa 22–26 °C |
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Nitrat |
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Die natürliche Lebensweise der Hyphessobrycon eques
Die Art lebt gesellig und hält sich häufig in langsam fließenden bis stehenden Gewässern auf. Besonders typisch sind flache Uferbereiche, Altarme, Teiche und Überschwemmungsflächen mit dichter emerser oder submerser Vegetation. Zwischen Pflanzenstängeln finden die Tiere Schutz, Nahrung und Laichplätze. Blutsalmler bilden keine dauerhaft eng geschlossenen Schwärme.
Vielmehr leben sie in lockeren Gruppen, in denen regelmäßig imponiert, gedroht und um Rangpositionen gestritten wird. Flossenzupfen gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire und tritt besonders bei Konkurrenz um Futter oder Raum auf. Eine ausreichend große Gruppe verteilt diese Interaktionen auf mehrere Tiere.
Ernährung des Hyphessobrycon eques
Blutsalmler sind Allesfresser. Zum natürlichen Nahrungsspektrum gehören Würmer, kleine Krebstiere, Insekten, Insektenlarven und pflanzliche Bestandteile. In dichter Wasservegetation werden außerdem Kleinstlebewesen und organisches Material aufgenommen.
Die Zusammensetzung der Nahrung verändert sich mit Jahreszeit, Wasserstand und verfügbarem Lebensraum. Tierische Kleinnahrung besitzt einen hohen Stellenwert, die Art ist aber nicht als reiner Fleischfresser einzuordnen.
Geschlechterunterscheidung und Brutverhalten
Geschlechtsreife Weibchen werden meist etwas größer und wirken aufgrund des Laichansatzes deutlich fülliger. Männchen bleiben schlanker und können kräftiger gefärbt sein. Eine sichere Bestimmung gelingt am besten durch den Vergleich mehrerer ausgewachsener Tiere.
Der Blutsalmler ist ein eierlegender Freilaicher ohne Brutpflege. Das Männchen treibt das Weibchen besonders in den frühen Morgenstunden durch feine Pflanzenbestände. Die Eier werden frei abgegeben und sinken überwiegend zwischen Pflanzen beziehungsweise auf den Gewässergrund. Adulte Tiere fressen Eier und Larven, sobald sie diese entdecken.
Der Blutsalmler im Aquarium
Das Becken für Blutsalmler sollte sehr gut strukturiert und üppig bepflanzt sein, um viele Verstecke zu bieten, damit sich die Tiere innerartlich wie auch andere Arten aus dem Weg gehen können. Hier könnt ihr alle Bereiche sehr ausgiebig bepflanzen und einen kleinen Dschungel entstehen lassen. Ihr solltet die Tiere auch erst ins Becken setzen, wenn die Pflanzen bereits gut gewachsen sind.
Mit Wurzeln und Steinen könnt ihr weitere Abgrenzungen und Verstecke schaffen und eine schöne natürliche Gestaltung vornehmen. An den Bodengrund haben die Tiere keinen besonderen Anspruch, so dass ihr diesen frei nach euren Vorstellungen auswählen könnt.
Huminstoffe brechen das Licht für die Tiere angenehmer, da sie es nicht allzu hell mögen.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
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pH -Wert |
6 - 7.6 |
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Leitwert |
~150 - 600 µS |
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Gesamthärte |
5 - 15 |
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Karbonathärte |
1 - 6 |
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Temperatur |
23 - 28° |
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Nitrat |
< 30mg / Liter |
Haltung von Blutsalmlern im Aquarium
Blutsalmler haben ihren Namen nicht nur aufgrund ihrer schönen roten Farbe, nein, sie sind auch super Flossenbeißer und das nicht nur innerartlich. Wir konnten auch bereits bei Panzerwelsen angefressene Flossen feststellen. Das solltet ihr unbedingt bei der Haltung beachten.
Blutsalmler sind Gruppentiere und sollten in einer Gruppe ab 8 Tieren gehalten werden. Bestenfalls habt ihr mehr Weibchen als Männchen, wobei dies beim Flossenbeißen keinen Unterschied macht. Ihr könnt 8 Tiere bereits im Becken ab 80cm Kantenlänge halten. Solltet aber, wenn ihr Beifische plant, unbedingt auf ein Becken mit 100cm Kantenlänge zurückgreifen. So könnt ihr Überbesatz und Stress vermeiden. Dann beißen die Salmler auch seltener in die Flossen.
Bei guter Pflege können die Blutsalmler ein Alter von bis zu 5 Jahren erreichen. Weiches Wasser, Huminstoffe und ein pH‑Wert unter 7 steigern dabei die Farbe und das Wohlbefinden der Tiere.
Ernährung von Blutsalmlern im Aquarium
Der Blutsalmler ist ein Allesfresser und wie viele Salmler nicht wählerisch. Damit gehört er zu den omnivoren Salmlerarten. Ihr könnt den Blutsalmlern also jedes hochwertige Trockenfutter anbieten, von Granulat über Flockenfutter und Weiteres, was im Schwimmbereich gefressen werden kann.
Bei Blutsalmlern können wir die Fluval Bug Bits für tropische Fische mit Farbverstärker empfehlen. Das bringt die natürliche Farbe intensiver hervor durch zusätzliche Nährstoffe.
Als leckerer Snack nehmen die Tiere aber auch verschiedenstes Lebendfutter und Frostfutter an. Hier habt ihr also die Möglichkeit, sehr abwechslungsreich zu füttern und eure Salmler ausreichend zu versorgen. Wer Lebendfutter und Frostfutter nicht sonderlich mag, kann den Tieren auch getrocknete Wasserflöhe oder Mückenlarven anbieten.
Vergesellschaftung mit dem Blutsalmler
Blutsalmler können vergesellschaftet werden, die Mitbewohner müssen jedoch zu ihrem lebhaften und teilweise ruppigen Verhalten passen. Geeignet sind robuste, ähnlich große und bewegliche Arten, die keine langen oder schleierartigen Flossen besitzen.
Ruhige Bodenfische können in ausreichend großen Aquarien ebenfalls geeignete Partner sein. Ungeeignet sind Kampffische, Skalare mit langen Flossen, Guppys mit großen Schwanzflossen und andere langsame beziehungsweise langflossige Arten.
Auch sehr kleine, schüchterne Fische können durch die hektischen Blutsalmler dauerhaft gestresst werden. Flossenzupfen lässt sich durch Gruppengröße, Platz und Struktur reduzieren, aber nicht in jedem Fall vollständig verhindern.
Zucht des Blutsalmlers im Aquarium
Blutsalmler sind Freilaicher und betreiben keine Brutpflege. Für eine gezielte Zucht wird ein separates, schwach beleuchtetes Becken mit weichem, leicht saurem Wasser verwendet. Feinfiedrige Pflanzen, Javamoos oder ein Laichmopp dienen als Ablaichsubstrat. Ein Laichrost oder eine dicke Pflanzenschicht schützt einen Teil der absinkenden Eier vor den Eltern.
Ein gut konditioniertes Paar oder eine kleine Zuchtgruppe wird am Abend eingesetzt. Die Balz und Eiablage erfolgen häufig am folgenden Morgen. Nach dem Ablaichen müssen die Elterntiere entfernt werden, da sie ausgeprägte Laichräuber sind. Die Entwicklungsdauer hängt von der Temperatur ab. Nach dem Schlupf zehren die Larven zunächst vom Dottersack.
Sobald sie frei schwimmen, benötigen sie sehr feines Erstfutter wie Infusorien oder Rädertierchen. Anschließend können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Mikrowürmer angeboten werden. Sauberes Wasser und kleine, vorsichtige Wasserwechsel sind für die empfindlichen Jungfische entscheidend.
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