Augenfleckstachelaal - lat. Macrognathus aculeatus
✔ Becken ab 150cm |
✔ Carnivore |
✔ Gruppe ab 3 Tieren |
✔ Größe ~38cm |
✔ Asien |
✔ Alter bis 15 Jahre |
Der Augenfleckstachelaal in der Natur
Macrognathus aculeatus (Bloch, 1786) ist eine gültige Art aus der Familie der Stachelaale (Mastacembelidae). Trotz des aalförmigen Körpers gehört sie nicht zu den echten Aalen. Charakteristisch sind der lang gestreckte, seitlich abgeflachte Körper, die rüsselartig verlängerte Schnauze sowie die freien Stacheln vor dem weichstrahligen Teil der Rückenflosse. Entlang der Rückenflosse können auffällige, hell gerandete Augenflecken liegen.
Die taxonomische Geschichte ist kompliziert: Früher wurden zahlreiche ähnlich aussehende Populationen aus Süd- und Südostasien unter diesem Namen zusammengefasst. Eine moderne Revision trennte mehrere eigenständige Arten aus der Macrognathus-aculeatus-Gruppe ab. Im engeren wissenschaftlichen Sinn liegt das bestätigte Verbreitungsgebiet vor allem auf der südlichen Malaiischen Halbinsel sowie auf Sumatra, Borneo und Java. Ältere Angaben aus Indien, Nepal, Bangladesch oder Myanmar können teilweise andere, äußerlich ähnliche Arten betreffen.
Erwachsene Tiere leben in mittleren bis größeren Flüssen. Außerdem wird die Art aus Tieflandfeuchtgebieten und Torfsumpfhabitaten gemeldet. Als bodennaher Fisch nutzt sie strukturreiche Bereiche mit weichem Sediment, Pflanzen, Wurzeln und organischem Material als Deckung und Nahrungsraum.
Wasserwerte in der Heimat von Macrognathus aculeatus
Für die Art existiert kein universeller Messdatensatz, der alle Fundorte und Jahreszeiten abdeckt. Besonders Leitwert, Härte, Nitrat und Temperatur können zwischen Flüssen, Feuchtgebieten und Torfsümpfen deutlich schwanken. Nicht wissenschaftlich abgesicherte Präzisionswerte werden deshalb nicht als Naturwerte ausgegeben.
pH-Wert | etwa 6,5–7,5 als gebräuchlicher Orientierungsbereich; Torfsumpfhabitate können saurer sein |
Leitwert | fundort- und jahreszeitabhängig; keine einheitliche artspezifische Spanne belegt |
Gesamthärte | keine belastbare allgemeine Naturspanne veröffentlicht |
Karbonathärte | keine belastbare allgemeine Naturspanne veröffentlicht |
Temperatur | tropisch; etwa 22–28 °C als Haltungsorientierung |
Nitrat | keine belastbare artspezifische Naturspanne veröffentlicht |
Die natürliche Lebensweise des Augenfleckstachelaals
Der Augenfleckstachelaal lebt benthopelagisch und hält sich überwiegend in Bodennähe auf. Seine verlängerte Schnauze dient dazu, weiches Sediment und Zwischenräume nach Nahrung abzusuchen. Die Tiere sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Tagsüber suchen sie Schutz im Bodengrund, unter Wurzeln oder in dichter Vegetation. Der weiche Untergrund schützt dabei die empfindliche, nur von kleinen Schuppen bedeckte Haut.
Ernährung von Macrognathus aculeatus in der Natur
Die Nahrung besteht überwiegend aus tierischen Organismen des Gewässerbodens. Dazu gehören aquatische Insekten und deren Larven, Ringelwürmer, kleine Krebstiere und andere wirbellose Beutetiere. Größere Exemplare können auch sehr kleine Fische erbeuten. Die Art sucht ihre Nahrung mit der beweglichen Schnauze gezielt im Sediment und zwischen Pflanzenresten.
Geschlechterunterscheidung und Fortpflanzung
Äußere Geschlechtsmerkmale sind nur schwach ausgeprägt. Reife Weibchen erscheinen durch die entwickelten Eier meist größer und im Bauchbereich kräftiger, während Männchen schlanker bleiben. Eine sichere Bestimmung junger oder nicht laichbereiter Tiere ist anhand der Körperform kaum möglich.
Eine Untersuchung an einer Population aus dem Ganges ermittelte eine einmalige Fortpflanzungsperiode während des Monsuns. Die Gonadenentwicklung erreichte zwischen Mai und Juli ihren Höhepunkt, besonders im Juni. Die reifen Eier waren rund und etwa 1,25–1,40 mm groß. Bei untersuchten Weibchen wurden ungefähr 800–1.510 Eier gezählt. Diese populationsbezogenen Werte dürfen wegen der schwierigen Abgrenzung ähnlicher Arten nicht ungeprüft auf jede im Handel als M. aculeatus bezeichnete Form übertragen werden.
Der Augenfleckstachelaal im Aquarium
Ein feiner, abgerundeter Sandboden ist unverzichtbar, da Stachelaale darin nach Nahrung suchen und sich teilweise eingraben. Scharfkantiger Kies und raue Dekorationen können ihre empfindliche Haut verletzen. Tonröhren, glatte Höhlen, Wurzeln und geschützte Bereiche unter robuster Bepflanzung schaffen geeignete Ruheplätze. Eine inselartige Bepflanzung lässt genügend freie Sandflächen zur Nahrungssuche.
Schwimmpflanzen und gedämpftes Licht kommen der dämmerungs- und nachtaktiven Lebensweise entgegen. Die Filterung sollte zuverlässig arbeiten, ohne im gesamten Becken eine sehr starke Strömung zu erzeugen. Regelmäßige Wasserwechsel und eine geringe organische Belastung sind besonders wichtig.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
pH-Wert | 6,5–7,5 |
Leitwert | keine gesicherte formspezifische Spanne; stabile Werte sind entscheidend |
Gesamthärte | etwa 5–15 °dGH |
Karbonathärte | an einen stabilen pH-Wert angepasst; keine gesicherte formspezifische Spanne |
Temperatur | 23–28 °C |
Nitrat | möglichst niedrig halten; regelmäßige Teilwasserwechsel |
Haltung des Augenfleckstachelaals
Für Tiere, die tatsächlich etwa 35–38 cm erreichen, sollte das Aquarium mindestens 120 cm lang sein und rund 300 Liter fassen. Eine größere Grundfläche ist klar vorzuziehen. Da unter der Bezeichnung „Red Fin“ möglicherweise auch größere oder abweichende Arten gehandelt werden, muss die Beckenplanung an der verlässlich bestimmten Endgröße des konkreten Tieres ausgerichtet werden. Bei unklarer Herkunft ist eine deutlich großzügigere Unterbringung die sichere Wahl.
Eine gemeinsame Haltung mehrerer Tiere kann in einem ausreichend großen und stark strukturierten Aquarium gelingen. Für jedes Exemplar müssen jedoch mehrere passende Rückzugsorte zur Verfügung stehen. Bei begrenztem Raum können Konkurrenz um Verstecke und Stress entstehen. Neue Tiere sollten während der Eingewöhnung genau beobachtet werden, da kleine Hautverletzungen bei ungünstiger Wasserqualität schnell problematisch werden können.
Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein. Besonders Technikschlitze, Kabeldurchführungen, Filtereinläufe und schmale Öffnungen sind zuverlässig zu sichern. Stachelaale können auch sehr kleine Lücken finden und das Becken verlassen.
Ernährung des Augenfleckstachelaals
Die Tiere ernähren sich überwiegend von tierischer Kost. Geeignet sind abwechslungsreiches Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Mysis, Artemia, kleine Krebstiere, Enchyträen und geeignete Würmer. Die Futtergröße muss zum Maul passen. Sinkendes, proteinreiches Granulat kann von eingewöhnten Tieren angenommen werden, sollte aber nicht als einzige Nahrungsquelle eingeplant werden.
Die Fütterung erfolgt am besten in der Dämmerung oder nach dem Ausschalten der Beleuchtung. In Gesellschaft schneller Fische sollte das Futter gezielt in die Nähe der Verstecke gegeben werden. So lässt sich kontrollieren, ob jedes Tier ausreichend frisst.
Vergesellschaftung mit dem Augenfleckstachelaal
Mit ausreichend großen, friedlichen Fischen ist eine Vergesellschaftung grundsätzlich möglich. Sehr kleine Fische, Jungfische, Garnelen und andere kleine Wirbellose können jedoch als Beute enden. Aggressive, hektische oder stark territoriale Bodenfische sind ungeeignet, weil sie die Stachelaale bedrängen oder von ihren Ruheplätzen verdrängen können.
Die Bezeichnung „friedlich“ bedeutet nicht, dass kleine Beutetiere sicher sind. Mitbewohner sollten deutlich zu groß zum Verschlucken sein, ähnliche Wasserwerte vertragen und den Stachelaalen bei der Fütterung genügend Zeit lassen.
Zucht des Augenfleckstachelaals
Für die als gehandelte Form sind keine belastbaren, eindeutig dieser Form zugeordneten Zuchtberichte verfügbar. Stachelaale der Gattung Macrognathus sind eierlegend und betreiben keine ausgeprägte Brutpflege. Wissenschaftliche Untersuchungen an als M. aculeatus bestimmten Populationen beschreiben eine Fortpflanzungsperiode während der Monsunzeit und eine Eizahl von ungefähr 800–1.510 je Weibchen.
Kommentare (0)