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borellis Zwergbuntbarsch - lat.  Apistogramma borellii

borellis Zwergbuntbarsch - lat. Apistogramma borellii

Geschätze Lesezeit: 8 Minuten
Nancy
09.10.2026


✔ Becken ab 60cm
✔ Carnivore
✔ Paar / Harem

✔ Größe ~8cm
✔ Südamerika
✔ Alter bis 4 Jahre


Der Apistogramma borelli in der Natur

Apistogramma borellii, im Deutschen als Borellis Zwergbuntbarsch oder Regenschirm-Zwergbuntbarsch bezeichnet, gehört zur Familie der Buntbarsche (Cichlidae). Der gültige wissenschaftliche Name wird mit zwei „i“ geschrieben. Die Handelsbezeichnung „Opal“ bezeichnet eine farblich selektierte Aquarienzuchtform und keine wissenschaftlich dokumentierte Fundortpopulation. Aussagen zur Natur beziehen sich daher immer auf die Stammart Apistogramma borellii. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt deutlich weiter südlich als bei vielen anderen Arten der Gattung. Es umfasst Teile Südbrasiliens, Paraguays und Nordargentiniens. Nachgewiesen ist die Art in Nebenflüssen, Bächen, Überschwemmungsflächen und ruhigen Randbereichen der Einzugsgebiete des Río Paraguay und des unteren Río Paraná. 

Die bewohnten Gewässer sind häufig flach, langsam fließend oder zeitweise nahezu stehend. Pflanzenbestände, überhängende Ufervegetation, Wurzeln, Falllaub und andere organische Ablagerungen bilden zahlreiche Deckungen. Der Boden besteht meist aus Sand, feinem Sediment und Laub. Während der Regenzeit werden zusätzliche Flächen überflutet; in Trockenzeiten schrumpfen manche Habitate deutlich. 

Aufgrund der südlichen Verbreitung erlebt die Art stärkere jahreszeitliche Temperaturschwankungen als typische tropische Schwarzwasserarten. Kurzzeitig deutlich kühlere Phasen gehören in manchen Populationen zum natürlichen Jahresverlauf. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass abrupte Temperaturwechsel oder dauerhaft extreme Werte im Aquarium unproblematisch sind.

Wasserwerte in der Heimat der Apistogramma borelli

Das große Verbreitungsgebiet umfasst verschiedene Gewässertypen. Deshalb existiert kein einzelner Naturwert, der alle Populationen beschreibt. Die Art wurde sowohl in weichem, leicht saurem Wasser als auch in mineralreicheren, annähernd neutralen Habitaten nachgewiesen. Die folgenden Angaben sind zusammengefasste Orientierungsbereiche und keine Werte einer einzelnen Fundstelle.

pH -Wert

etwa 5,5–7,5; lokal auch annähernd neutral bis leicht alkalisch

Leitwert

Je nach Habitat niedrig bis mäßig; keine einheitliche artspezifische Messreihe

 Gesamthärte

Weich bis mittelhart; regional unterschiedlich

 Karbonathärte

Gering bis mäßig; keine einheitliche artspezifische Messreihe

 Temperatur

Meist etwa 20–27 °C; saisonal zeitweise deutlich kühler

 Nitrat

Keine belastbare, einheitliche Naturmessreihe veröffentlicht

Die natürliche Lebensweise der Apistogramma borelli

Apistogramma borellii lebt überwiegend bodennah zwischen Laub, Wurzeln und dichter Vegetation. Die Fische nutzen kleine Höhlen, Spalten und Unterstände als Ruheplätze und Revierzentren. Innerhalb strukturreicher Habitate können die Tiere einander ausweichen; freie, deckungslose Flächen werden meist nur kurzzeitig überquert. 

Männchen besetzen größere Reviere, die sich mit den kleineren Brutrevieren eines oder mehrerer Weibchen überschneiden können. Außerhalb der Fortpflanzungszeit gilt die Art im Vergleich zu vielen anderen Zwergbuntbarschen als relativ ruhig. Während Balz und Brutpflege nimmt die Revierverteidigung jedoch deutlich zu.

Ernährung des Apistogramma borelli in der Natur

Die Art ernährt sich vorwiegend von kleinen wirbellosen Tieren. Zum Nahrungsspektrum zählen Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven und andere Organismen, die aus Laub, Sediment und Aufwuchsflächen herausgelesen werden. Bei der Nahrungssuche wird feiner Bodengrund aufgenommen, durchsucht und wieder über Maul und Kiemen abgegeben. 

Pflanzliches Material kann zusammen mit Detritus und Beutetieren aufgenommen werden, bildet aber nicht den Schwerpunkt der natürlichen Ernährung. Die Art ist daher als überwiegend carnivorer Kleintierfresser einzuordnen.

Geschlechterunterscheidung und Brutverhalten

Männchen werden größer und besitzen verlängerte Rücken-, Bauch- und Afterflossen. Je nach Population und Stimmung zeigen sie blaue, gelbe und rötliche Farbanteile. Weibchen bleiben kleiner und wirken außerhalb der Fortpflanzungszeit unscheinbarer. Bei Balz und Brutpflege färben sie sich intensiv gelb und zeigen kontrastreiche dunkle Zeichnungselemente. 

Apistogramma borellii ist ein Höhlenbrüter. Das Weibchen befestigt meist etwa 50 bis 70 Eier an der Decke einer kleinen Höhle oder eines geschützten Unterstandes. Es betreut Eier und Larven und führt später die frei schwimmenden Jungfische. Das Männchen verteidigt vor allem das umgebende Großrevier. Je nach Platzangebot und Sozialstruktur kann die Art paarweise oder in einem Harem leben.

Apistogramma borelli - echter borelli Zwergbuntbarsch

Der borelli Zwergbuntbarsch im Aquarium

Feiner, abgerundeter Sand ist der geeignete Bodengrund. Die Fische durchsuchen ihn nach Nahrung und geben aufgenommene Partikel über Maul und Kiemen wieder ab. Grober oder scharfkantiger Kies behindert dieses natürliche Verhalten und kann Verletzungen begünstigen. Wurzeln, standsichere Steine und dichte Pflanzenbestände gliedern das Aquarium in mehrere Sicht- und Revierbereiche. 

Pro Weibchen sollten mehrere kleine Höhlen oder Unterstände vorhanden sein. Geeignet sind Tonhöhlen, kleine Blumentöpfe, Kokosnussschalen und natürlich angelegte Spalten. Der Höhleneingang darf so klein sein, dass vor allem das Weibchen hineinpasst. 

Eine Laubschicht aus geeignetem Herbstlaub schafft zusätzliche Deckung, fördert Mikroorganismen und gibt Huminstoffe ab. Schwimmpflanzen sorgen für gedämpftes Licht. Eine Torffilterung ist möglich, aber nicht grundsätzlich erforderlich. Der pH-Wert darf nur kontrolliert gesenkt werden, wenn die Karbonathärte bekannt ist und regelmäßige Messungen erfolgen.

Wasserwerttoleranzen im Aquarium

pH -Wert

5,5–7,5; günstig etwa 6,0–7,0

Leitwert

 ca. 50–500 µS/cm

 Gesamthärte

ca. 1–15 °dGH

 Karbonathärte

 ca. 0–8 °dKH

 Temperatur

 20–27 °C; günstig etwa 22–25 °C

 Nitrat

unter 20 mg/l

Nachzuchten sind gegenüber der Wasserhärte häufig anpassungsfähiger als viele andere Zwergbuntbarsche. Sauberes und stabiles Wasser bleibt dennoch unverzichtbar. Nitrit muss dauerhaft nicht nachweisbar sein. Für eine zuverlässige Befruchtung und Entwicklung der Eier ist weicheres, leicht saures Wasser meist vorteilhaft.

Haltung von borellis Zwergbuntbarschen im Aquarium

Ein harmonierendes Paar kann in einem stark strukturierten Aquarium ab 60 cm Kantenlänge gepflegt werden. Mehr Grundfläche ist jedoch immer vorteilhaft. Für eine Vergesellschaftung oder Haremshaltung sollte das Becken mindestens 80 cm, besser 100 cm lang sein. 

Entscheidend ist nicht nur das Volumen, sondern die Anzahl voneinander getrennter Reviere. Die Art ist außerhalb der Brutzeit vergleichsweise friedlich. Dennoch kann ein dominantes Tier seinen Partner stark bedrängen. Sichtbarrieren, mehrere Höhlen und dicht bepflanzte Rückzugsbereiche müssen deshalb so angeordnet sein, dass sich die Tiere vollständig aus dem Blickfeld schwimmen können. Eine Haremshaltung ist nur in deutlich größeren und sehr gut gegliederten Aquarien sinnvoll.

Ernährung des borelli Zwergbuntbarsches im Aquarium

Der Borelli-Zwergbuntbarsch ist ein überwiegend carnivorer Kleintierfresser. Kleine Lebend- und Frostfuttersorten wie Artemia, Cyclops, Daphnien, Mysis, schwarze und weiße Mückenlarven sowie Enchyträen sorgen für eine abwechslungsreiche Ernährung. 

Rote Mückenlarven sollten nur aus zuverlässiger Quelle und nicht als einseitiges Hauptfutter verwendet werden. 

Viele Nachzuchten nehmen hochwertiges Granulat oder feines Flockenfutter an. Trockenfutter kann ergänzen, sollte jedoch nicht die gesamte Ernährung ausmachen. Mehrere kleine Fütterungen sind günstiger als eine große Portion. 

Nicht gefressene Reste müssen entfernt werden, da Zwergbuntbarsche empfindlich auf eine steigende Keim- und Stickstoffbelastung reagieren.

Vergesellschaftung mit dem borelli Zwergbuntbarsch

Eine Vergesellschaftung ist mit ruhigen Fischen möglich, die hauptsächlich den mittleren und oberen Schwimmraum bewohnen. Kleine Salmler oder andere friedliche Schwarmfische können dem Männchen als sogenannte Beifische Sicherheit vermitteln. 

Sehr hektische, aggressive oder stark revierbildende Arten sind ungeeignet. Bodenbewohnende Fische konkurrieren mit den Zwergbuntbarschen um Raum und können während der Brutpflege ständig in das Revier eindringen. 

Corydoras und andere bodenorientierte Arten sind deshalb besonders in kleinen Aquarien problematisch, in größeren Aquarien oft besser möglich. Zwerggarnelen und deren Nachwuchs werden als Beute betrachtet; größere Garnelen können funktionieren, sind aber nicht vollständig sicher.

Zucht des Borellis Zwergbunbarsch im Aquarium

Die Art ist ein Höhlenbrüter. Das Weibchen heftet meist etwa 50 bis 70 Eier an die Decke einer Höhle oder eines geschützten Unterstandes. Anschließend betreut es das Gelege, sortiert abgestorbene Eier aus und führt später die Jungfische. Das Männchen verteidigt hauptsächlich das größere Außenrevier. Bei ungefähr 24 bis 26 °C schlüpfen die Larven abhängig von Temperatur und Wasserwerten meist nach wenigen Tagen.

Nach dem Verbrauch des Dottersacks schwimmen die Jungfische frei und können mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, Mikrowürmern und geeignetem feinem Aufzuchtfutter ernährt werden. Die ursprünglich genannten sieben bis zehn Tage bis zum Schlupf sind für normal temperierte Haltung meist zu lang und wurden daher nicht übernommen. 

Weiches, leicht saures und sehr sauberes Wasser verbessert häufig den Zuchterfolg, extreme Werte sind bei eingewöhnten Nachzuchten aber nicht grundsätzlich notwendig. Solange die Brutpflege funktioniert, müssen Jungtiere nicht automatisch separiert werden. Eine Trennung ist sinnvoll, wenn Mitbewohner Jungfische fressen, die Eltern erneut ablaichen oder die Jungtiere nicht ausreichend Nahrung erhalten.

Besondere Hinweise 

Apistogramma borellii sollte nicht dauerhaft zu warm gehalten werden. Eine moderate Temperatur unterstützt einen natürlichen Stoffwechsel und kann die Lebenserwartung positiv beeinflussen. Kurze saisonale Absenkungen sind möglich, müssen jedoch langsam erfolgen und dürfen nicht mit schlechter Wasserhygiene verbunden sein.

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