Deltaflügelzwergwels - lat. Deltaflügelzwergwels
✔ Becken ab 60cm |
✔Omnivor |
✔ Gruppe ab 5 Tieren |
✔ Größe ~4cm |
✔ Indien |
✔ Alter bis 5 Jahre |
Hara jerdoni in der Natur
Der Deltaflügelzwergwels (Hara jerdoni) ist ein sehr kleiner südasiatischer Wels. Die Art wurde 1870 von Francis Day beschrieben. In neueren taxonomischen Einordnungen wird sie teilweise als Erethistes jerdoni geführt; im Aquaristikhandel ist weiterhin die Bezeichnung Hara jerdoni verbreitet.
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Indien und Bangladesch. Nachweise stammen unter anderem aus langsam fließenden Hügellandbächen, kleineren Flüssen und sogenannten Beels. Bei diesen Beels handelt es sich um flache, oft saisonal beeinflusste Stillgewässer und Altarme der Flusslandschaften Bangladeschs.
Die Art bewohnt hauptsächlich bodennahe Bereiche mit feinem, weichem Sand oder schlammigem Untergrund. Wasserpflanzen, eingetragenes Laub, abgestorbene Pflanzenteile, Steine und Holz bieten Deckung. Mit ihrer braunen bis gelblich-braunen Flecken- und Bänderzeichnung ist die kleine Art zwischen Laub und Bodensubstrat sehr gut getarnt.
Der Körper ist an der Unterseite abgeflacht, der Kopf breit und niedrig. Mehrere Bartelpaare helfen dem Wels bei der Orientierung und Nahrungssuche. Die weit abgespreizten Brustflossen und die verlängerten Brustflossenstacheln erzeugen in der Draufsicht die charakteristische delta- oder ankerähnliche Körperform.
Wasserwerte im natürlichen Lebensraum von Hara jerdoni
Für die einzelnen Fundorte liegen nur begrenzte und teilweise voneinander abweichende Messreihen vor. Die natürlichen Gewässer können durch Jahreszeiten und Niederschläge deutliche Veränderungen erfahren. Daher sollten die folgenden Angaben als Orientierung und nicht als unveränderliche Werte verstanden werden.
| pH-Wert | etwa 5,6–7,6, je nach Gewässer und Jahreszeit |
| Leitwert | für die konkreten Fundorte nicht zuverlässig dokumentiert |
| Gesamthärte | häufig etwa 8–15 °dGH angegeben |
| Karbonathärte | für die konkreten Fundorte nicht einheitlich dokumentiert |
| Temperatur | etwa 18–24 °C; saisonale Schwankungen möglich |
| Nitrat | keine verlässlichen artspezifischen Freilandwerte verfügbar |
Die natürliche Lebensweise des Deltaflügelzwergwelses
Hara jerdoni lebt demersal, also überwiegend unmittelbar am Gewässergrund. Die Fische gelten als langsam und wenig schwimmfreudig. Am Tag verlassen sie sich auf ihre Tarnung oder ruhen zwischen Laub, Pflanzen, Steinen und Holz. Die Nahrungssuche findet vor allem während der Dämmerung und nachts statt.
Die natürlichen Habitate sind trotz teilweise geringer Strömung sauerstoffreich. Während der Regen- und Trockenzeiten können Wasserstand, Temperatur und Strömung variieren. Die Tiere sind an solche saisonalen Veränderungen angepasst, benötigen aber sauberes Wasser und ausreichend gelösten Sauerstoff.
Ernährung von Hara jerdoni in der Natur
Der Deltaflügelzwergwels sucht den weichen Untergrund und Pflanzenreste nach kleinen Nahrungspartikeln ab. Als natürliche Nahrung sind Insekten, Insektenlarven und weitere kleine bodenlebende Wirbellose dokumentiert. Zusätzlich wird benthischer Detritus aufgenommen.
Die Art kann deshalb als omnivor mit deutlichem Schwerpunkt auf tierischer Kleinnahrung beschrieben werden. Ihre geringe Körper- und Maulgröße begrenzt die Größe der aufgenommenen Nahrung.
Geschlechterunterscheidung und Fortpflanzung
Äußerlich lassen sich die Geschlechter nur schwer sicher unterscheiden. Laichreife Weibchen können etwas breiter und fülliger wirken. Eindeutig bestätigte äußere Geschlechtsmerkmale sind bislang nicht ausreichend dokumentiert.
Zur Fortpflanzung im natürlichen Lebensraum liegen nur wenige gesicherte Detailinformationen vor. Die Art ist eierlegend. Nachzuchten im Aquarium sind gelungen; dabei wurden die Eier unter anderem in feinen Pflanzenstrukturen oder künstlichem Laichsubstrat abgelegt. Angaben zu roten Eiern, exakten Gelegegrößen, Inkubationsdauer und natürlicher Brutpflege sind nicht ausreichend durch belastbare Freilandbeobachtungen abgesichert.
Der Deltaflügelzwergwels im Aquarium
Der Deltaflügelzwergwels (Hara jerdoni, teilweise auch Erethistes jerdoni) ist ein kleiner, friedlicher Bodenbewohner. Seine braune bis gelblich-braune Zeichnung tarnt ihn zwischen Laub, Holz und Steinen. Die Tiere halten sich überwiegend im unteren Bereich des Aquariums auf und ruhen gern auf Pflanzenblättern oder zwischen Einrichtungsgegenständen.
Als Bodengrund eignet sich feiner, weicher und abgerundeter Sand. Scharfkantiger Kies kann die bodennah lebenden Tiere verletzen. Eine Schicht aus geeignetem Herbstlaub, kleine Wurzeln, Steine und robuste Pflanzen schaffen Verstecke und entsprechen dem natürlichen Lebensraum. Eine üppige Rand- und Hintergrundbepflanzung sowie Schwimmpflanzen sorgen für gedämpftes Licht.
Gleichzeitig muss genügend freie Bodenfläche für die Nahrungssuche erhalten bleiben. Wurzeln und Steine sollten so angeordnet werden, dass zahlreiche enge, schattige Ruheplätze entstehen.
Eine gute Filterung und Sauerstoffversorgung sind wichtig. Die Strömung darf moderat sein und sollte nicht das gesamte Becken erfassen. So entstehen sowohl sauerstoffreiche Bereiche als auch ruhige Zonen, in denen die wenig schwimmfreudigen Welse ohne hohen Kraftaufwand ruhen und fressen können.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
| pH-Wert | 5,6–7,6 |
| Leitwert | untergeordnet gegenüber stabilen, sauberen Wasserverhältnissen |
| Gesamthärte | etwa 8–15 °dGH |
| Karbonathärte | weich bis mittelhart; stabile Werte bevorzugt |
| Temperatur | 18–24 °C |
| Nitrat | möglichst niedrig halten |
Haltung von Hara jerdoni im Aquarium
Die geselligen Welse sollten in einer Gruppe von mindestens sechs Tieren gepflegt werden. Für eine solche Gruppe empfiehlt sich ein Aquarium ab 54 Litern beziehungsweise 60 cm Kantenlänge. Eine größere Grundfläche ist vorteilhafter als zusätzliche Beckenhöhe, weil sich die Tiere fast ausschließlich am Boden und auf niedrigen Einrichtungsgegenständen aufhalten.
Das Wasser muss sauber, sauerstoffreich und eher kühl sein. Temperaturen zwischen 18 und 24 °C entsprechen den am besten belegten Haltungsangaben. Ob eine Heizung erforderlich ist, hängt von der Raumtemperatur ab. Dauerhaft hohe Temperaturen sollten vermieden werden, da wärmeres Wasser weniger Sauerstoff bindet.
Deltaflügelzwergwelse sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Obwohl sie in einer Gruppe gepflegt werden sollten, liegen die Tiere häufig einzeln in ihren Verstecken und gehen allein auf Nahrungssuche. Aufgrund ihrer zurückhaltenden Lebensweise ist es wichtig, dass sie nicht von aktiveren Mitbewohnern verdrängt werden.
Ernährung des Deltaflügelzwergwelses im Aquarium
Hara jerdoni ist ein Allesfresser mit Vorliebe für kleine tierische Nahrung. Geeignet sind feines Lebend- und Frostfutter wie Cyclops, Daphnien, Artemia, kleine Mückenlarven und Mikrowürmer. Sinkende Mikrogranulate und feine Futtertabletten können ergänzend angeboten werden.
Die Fütterung sollte am Abend oder kurz nach dem Ausschalten der Beleuchtung erfolgen. Das Futter muss bis auf den Boden und in die Nähe der Verstecke gelangen. Vor allem im Gesellschaftsaquarium ist zu kontrollieren, ob jedes Tier tatsächlich Nahrung aufnimmt. Futterreste sollten entfernt werden, damit die Wasserqualität nicht leidet.
Vergesellschaftung der Deltaflügelzwergwelse
Der Deltaflügelzwergwels ist gegenüber anderen friedlichen Arten sehr verträglich. Geeignete Mitbewohner sind kleine, ruhige Fische, die überwiegend die mittleren und oberen Wasserzonen nutzen und ähnliche Temperaturansprüche besitzen.
Auf hektische oder stark futterkonkurrierende Bodenbewohner sollte verzichtet werden. Die scheuen Welse ziehen sich bei Unruhe zurück und können dann zu wenig Nahrung aufnehmen. Ein Artenbecken erleichtert die gezielte Fütterung und Beobachtung, ist bei sorgfältig ausgewähltem Besatz jedoch nicht zwingend notwendig.
Zucht von Hara jerdoni
Die Nachzucht ist im Aquarium gelungen, bleibt aber vergleichsweise selten und ist nur unvollständig dokumentiert. Für einen gezielten Versuch eignet sich ein ruhiges Arten- oder Zuchtbecken mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser sowie feinfiedrigen Pflanzen, Moos oder einem Laichmopp.
Die kleinen Eier werden zwischen feinen Strukturen abgelegt. In einem Gesellschaftsaquarium besteht die Gefahr, dass Eier und Larven von anderen Fischen gefressen werden. Das Laichsubstrat kann deshalb vorsichtig in ein separates Aufzuchtbecken mit identischen Wasserwerten überführt werden.
Da belastbare Angaben zu Inkubationsdauer, Gelegegröße und Larvenentwicklung fehlen, sollten unbelegte feste Zeitangaben vermieden werden. Nach dem Aufzehren des Dottersacks benötigen die sehr kleinen Jungfische entsprechend feines Erstfutter und besonders stabile Wasserverhältnisse.
Hinweise zum sicheren Umsetzen
Deltaflügelzwergwelse besitzen kräftige und weit abstehende Flossenstacheln, die sich leicht in einem Kescher verfangen können. Zum Umsetzen sollte deshalb möglichst ein kleines durchsichtiges Gefäß oder ein geeigneter Fangbecher verwendet werden. Das reduziert die Gefahr von Verletzungen am Fisch und verhindert ein Verheddern im Netz.
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