Enchyträen züchten - eigenes Lebendfutter Enchytraeus albidus
Lebendfutterzucht ist in der Aquaristik weitverbreitet, um unabhängig vom Handel und von den saisonalen Schwankungen zu sein und seine Aquariumbewohner immer gut zu ernähren. So gehört auch die Zucht von Enchyträen zu einer weitverbreiteten. Viele kennen diese kleinen weißen Würmer, welche es im Beutel zu kaufen gibt und die zum Ärgernis nur sehr kurz in den Beuteln mit Wasser haltbar sind. Doch das macht sie nicht zu einem schlechten Lebendfutter, sondern hat einen ganz einfachen Grund. Wir erklären dir kurz, was Enchyträen sind und wie du sie erfolgreich selbst züchten kannst.
Was sind Enchyträen und welchen Nutzen haben sie in der Aquaristik?
Enchyträen gehören zu den Wenigborstern und sind weiße Würmer, welche du beim Zoohändler als Lebendfutter für deine Zierfische und Welse kaufen kannst. Sie befinden sich dort in einer Tüte mit Wasser und sind nach dem Kauf oft nicht lange in dieser lagerbar. Grund dafür ist, dass Enchyträen eigentlich gar nicht im Wasser leben und vorkommen, ganz im Gegensatz zu Tubifex oder Glanzwürmern. Enchyträen leben in feuchtem Schlammboden und ernähren sich dort von organischen Materialien wie Pflanzenresten.
Deshalb halten sich diese Würmer in der Tüte mit Wasser oft nur wenige Tage. Doch wer immer Enchyträen zur Verfügung haben will und das in guter Qualität, der sollte sich eine eigene Enchyträen-Zucht überlegen. Diese kleinen weißen Würmer sind für unsere Fische und Welse eine wahre Eiweiß- und Proteinbombe und besitzen nur wenige Ballaststoffe. Daher werden sie gern als Futter für die Zucht von Panzerwelsen und Barschen verwendet. Durch den hohen Anteil an Proteinen wird der stabile und gute Aufbau von Laichansätzen unterstützt und die Zuchterfolge sind stabiler und oft auch größer.
Dennoch stellen Enchys kein Hauptfutter dar, sondern sollten allenfalls als Zusatzfutter verwendet werden.
Zucht von Enchyträen als Lebendfutter für Aquariumbewohner
Wenn du diese kleinen weißen Würmer sehr gern verfütterst und für deine Wels- und Fischzucht benötigst, dann bietet sich die Zucht dieser eiweißhaltigen Würmer als Lebendfutter an. Und das ist gar nicht so schwer, da man für die Zucht von Enchyträen kein Aquarium benötigt und damit auch die damit verbundenen Arbeiten wegfallen.
Das benötigt ihr für eine Enchyträen Zucht:
- Plastebox oder Styroporbox
- Erdboden (Anforderungen im Text)
- Futter
- Zuchtansatz Enchyträen (Hinweis beachten)
- Die Box sollte auf jeden Fall einen Deckel haben, aber nicht luftdicht abschließen. Es muss eine Luftzufuhr gewährleistet werden. Je nachdem, wo ihr die Box stehen habt, kann eine Styroporkiste sinnvoll sein, damit die Temperatur nicht unter 10 Grad fällt. Bei warmen Räumen reicht aber auch eine Plastikbox.
- Da Enchyträen nicht im Wasser, sondern in feuchtem Erdsubstrat leben, ist es wichtig, dass hier kein gedungter Boden verwendet wird. Für Enchyträen hat sich eigene Komposterde gut bewährt. Aber natürlich kann auch Erdboden aus dem Handel verwendet werden. Hier sollte auf Bioerde ohne Düngung geachtet werden. Gut bewährt hat sich unter anderem Biokräutererde, welche einen hohen Humusanteil hat. Dieser Humusanteil dient den Enchyträen gleich als zusätzliche Nahrung. Diesen Erdboden bringt ihr in eure Box ein, je nach Wurmmenge sollte die Menge des Bodengrundes erhöht werden. Es sollte aber mindestens eine 2-cm-Schicht vorhanden sein. Diese nur noch feucht sprühen, nicht nass und kein stehendes Wasser, nur ausreichend feucht. In guter Erde ist für den Start oft schon einiges an Futter zu finden. Das eignet sich vor allem, damit die Würmer nicht verhungern, wenn ihr mal im Urlaub seid oder sie vernachlässigt. Dafür kann auch zusätzlich trockenes Laub unter die Erde gemischt werden.
- Wer aktiv größere Mengen züchten will, muss natürlich auch bei den Würmern auf Kraftfutter achten. Dafür hat sich ein Brei aus weich gekochten Haferflocken, Schmelzflocken oder Porridge-Basis als sehr nützlich erwiesen. Den Brei immer in kleinen Mengen irgendwo als Klecks hingeben, und die Enchyträen werden es in den nächsten Tagen verwerten. Aber auch eingewickeltes Toastbrot und Gemüse können hier gefüttert werden. Gemüse sollte dabei nur ein Zusatz sein, wenn man einen großen und ergiebigen Ansatz will. Auch Spirulinapulver kann unter den Brei gemischt werden und wertet die Enchys als Futter auf. Jetzt nur noch alle paar Tage mal hineinschauen, feucht einsprühen und füttern.
- Einen guten Start-Zuchtansatz zu finden, ist nicht immer leicht. Oft sind die Enchys aus dem Handel in den Wassertüten schon sehr stark durch die Lagerung im Wasser beeinträchtigt, so dass sich diese nur schlecht kultivieren lassen. Deshalb empfehlen wir, immer direkt einen Zuchtansatz von einer bestehenden Erdzucht zu suchen, um bereits aktive und stabile Enchys zu erhalten.
Wie verfüttert man Enchyträen?
Die Frage, welche sich viele stellen: Wie zum Geier verfüttert man Würmer, welche im Erdboden leben, an Zierfische im Aquarium, ohne dass man Erde mit ins Becken bringt? Ach, das ist bei Enchyträen nicht schwer.
Dafür nutzt ihr eine Glasplatte oder einen Plasteckel/ Plastestück und legt dieses auf euren Futterklecks. Ihr werdet sehen, dass die Enchys hier dann drankleben, um zu fressen. Das könnt ihr dann entnehmen, und die Enchys von dort einfach mit einer Pinzette, einem Pinsel oder Löffel entfernen. Um keine Futter- und Erdreste mit ins Aquarium zu bringen, empfehlen wir, die Enchyträen in ein Glas oder einen Becher mit frischem Wasser zu geben und dort abzuspülen. Aus diesem Wasserglas könnt ihr die sauberen Enchyträen dann mit der Pinzette oder Pipette entnehmen und verfüttern.
Wenn man sehr große und stabile Ansätze hat, dann kann es auch so wie hier in der Styroporbox aussehen und man kann die Enchyträen ohne Glasscheibe direkt mit der Pinzette entnehmen.
Wie füttern und pflegen wir unsere Enchyträen?
Unsere Enchyträen bekommen einen Futterbrei, der unterschiedlich zusammengesetzt ist. So ergänzen wir diesen mit Spirulinapulver oder mit gehäckseltem Laub und Kürbis, um nicht nur ein gutes Futter zu bieten, sondern damit diese Enchys dann auch ein gutes Futter für Zierfische sind.
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