Feuerkrebs - lat. Cherax snowden
✔ Becken ab 100cm |
✔ Omnivore |
✔Einzeln |
✔ Größe ~10cm |
✔ Papua Neuguinea |
✔ Alter bis 6 Jahre |
Der Cherax snowden in der Natur
Cherax snowden, im Deutschen häufig Feuerkrebs oder Orange-Tip-Krebs genannt, ist ein Süßwasserkrebs aus der Familie Parastacidae. Die Art wurde 2015 von Christian Lukhaup, Jörn Panteleit und Anne Schrimpf wissenschaftlich beschrieben. Zuvor wurden entsprechende Tiere im Aquarienhandel teilweise mit dem ähnlichen Cherax holthuisi verwechselt. Der wissenschaftliche Artname ehrt Edward Joseph Snowden. Im internationalen Aquarienhandel war der Krebs bereits vor seiner Beschreibung unter den Namen „Orange Tip“ und „Green Orange Tip“ bekannt.
Die charakteristischen orangefarbenen Scherenspitzen heben sich deutlich von der grünlichen, blaugrünen oder bräunlichen Körperfärbung ab. Das bislang bestätigte natürliche Verbreitungsgebiet ist sehr klein. Cherax snowden ist nur aus Zuflussbächen des Oinsok im Sawiat-Distrikt im zentralen Teil der Vogelkop- beziehungsweise Kepala-Burung-Halbinsel in Westpapua, Indonesien, sicher bekannt. Spätere genetische Untersuchungen bestätigten Material aus diesem Flusssystem.
Die bewohnten Bäche sind etwa 20 bis 60 cm tief, besitzen eine mäßige Strömung und führen klares Wasser. Wasserpflanzen fehlen in weiten Teilen. Der Untergrund besteht aus feinem Schlamm, Steinen und größeren Felsen. Spalten zwischen Steinen, unterspülte Bereiche und selbst gegrabene oder vorhandene Hohlräume dienen den Krebsen als Deckung.
Wasserwerte in der Heimat des Cherax snowden
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung nennt für die Fundgewässer nur wenige chemische Messwerte. Der gemessene pH-Wert lag bei ungefähr 6,5.
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pH -Wert |
etwa 6,5 am dokumentierten Fundort |
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Leitwert |
µS |
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Gesamthärte |
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Karbonathärte |
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Temperatur |
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Nitrat |
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Die natürliche Lebensweise der Cherax snowden
Cherax snowden lebt bodenorientiert und nutzt die Struktur des Bachbettes als Schutz. Wie andere Flusskrebse ist er vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Tagsüber halten sich die Tiere häufig in Spalten, unter Steinen oder in anderen Hohlräumen auf.
Während der Häutung sind sie weich und besonders verletzlich, weshalb sichere Einzelverstecke lebenswichtig sind.
Die Scheren dienen der Nahrungsaufnahme, der Verteidigung und innerartlichen Kommunikation. Begegnungen können ritualisiert verlaufen, bei Platzmangel aber zu Verletzungen führen. Die natürliche Bestandsdichte und Reviergröße sind wissenschaftlich bislang nicht ausreichend untersucht.
Ernährung der Cherax snowden in der Natur
Eine detaillierte Mageninhaltsanalyse speziell für Cherax snowden liegt bislang nicht vor. Aus Körperbau und Ernährungsweise verwandter Cherax-Arten lässt sich eine omnivore, überwiegend bodenorientierte Nahrungssuche ableiten.
Wahrscheinlich werden Falllaub, weiche Pflanzenteile, Algenaufwuchs, Biofilme, Detritus, Insektenlarven, Würmer, kleine Krebstiere und Aas genutzt.
Die natürliche Nahrung ist abwechslungsreich und besteht nicht ausschließlich aus tierischem Protein. Pflanzlich-faserreiche Bestandteile und mikrobiell besiedeltes Laub dürften einen wichtigen Beitrag leisten.
Geschlechterunterscheidung und Brutverhalten
Die Geschlechter lassen sich sicher an der Lage der Geschlechtsöffnungen unterscheiden. Beim Männchen liegen sie an der Basis des fünften Schreitbeinpaares, beim Weibchen an der Basis des dritten Schreitbeinpaares. Ausgewachsene Männchen besitzen häufig kräftigere und längere Scheren; dieses äußere Merkmal allein ist jedoch nicht immer zuverlässig. Nach der Paarung trägt das Weibchen die Eier geschützt unter dem Hinterleib an den Schwimmbeinen.
Die Jungkrebse entwickeln sich ohne frei schwimmendes Larvenstadium vollständig am Muttertier. Nach dem Schlupf bleiben sie zunächst in dessen Nähe beziehungsweise an den Pleopoden und werden erst nach weiteren Häutungen selbstständig. Artspezifische Freilanddaten zu Paarungszeit, Gelegegröße und Entwicklungsdauer fehlen bislang.
Der Feuerkrebs im Aquarium
Das Aquarium sollte viele Höhlen, Röhren, Wurzeln und standsichere Steinaufbauten enthalten. Für jedes Tier müssen mehrere passende Verstecke vorhanden sein. Besonders wichtig sind enge, dunkle Rückzugsplätze für die Häutung. Alle Aufbauten müssen direkt auf dem Aquarienboden stehen, damit sie beim Graben nicht unterhöhlt werden und einstürzen. Sand oder abgerundeter feiner Kies eignet sich als Bodengrund. Eine Ecke mit dauerhaft vorhandenem Herbstlaub bietet Nahrung, Deckung und Beschäftigung. Robuste Aufsitzer- und Schwimmpflanzen sind am ehesten geeignet.
Weiche Pflanzen können ausgegraben, abgekniffen oder gefressen werden. Feuerkrebse klettern ausgezeichnet und können Filterrohre, Kabel und Dekoration als Ausstiegshilfe nutzen. Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein. Kabel- und Schlauchöffnungen sind krebsfest zu verschließen. Technik muss so gesichert werden, dass sie weder verschoben noch beschädigt werden kann.
Eine leistungsfähige Filterung und deutliche Oberflächenbewegung sorgen für sauberes, sauerstoffreiches Wasser. Der Ansaugschutz muss so gestaltet sein, dass Jungkrebse nicht in den Filter gelangen. Regelmäßige Teilwasserwechsel sind notwendig; Temperatur und Wasserchemie des Wechselwassers sollten dem Aquarium entsprechen.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
pH-Wert | etwa 6,5–8,0 |
Leitwert | ca. 150–600 µS/cm |
Gesamthärte |
ca. 5–20 °dGH
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Karbonathärte | ca. 2–12 °dKH |
Temperatur | 20–27 °C; günstig etwa 22–25 °C |
Nitrat | möglichst unter 20 mg/l |
Haltung des Feuerkrebs im Aquarium
Ein einzelner Feuerkrebs benötigt ein Aquarium mit mindestens 80 cm, besser 100 cm Kantenlänge und großer Bodenfläche. Für ein Paar sollte mindestens ein 100-cm-Becken mit sehr guter Strukturierung eingeplant werden. Mehrere Tiere benötigen entsprechend mehr Platz und zahlreiche vollständig voneinander getrennte Verstecke.
Auch vergleichsweise ruhige Cherax-Arten bleiben wehrhafte Flusskrebse mit individuellem Verhalten. Friedliche Tiere können während Häutung, Paarung oder bei Futtermangel aggressiver reagieren. Eine Paarhaltung ist deshalb keine Garantie für dauerhafte Verträglichkeit. Im Notfall müssen die Tiere getrennt werden können.
Ernährung von Feuerkrebs im Aquarium
Der Feuerkrebs ist ein Allesfresser. Die Basis bildet eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzlich-faserreiche Kost aus Herbstlaub, geeignetem Gemüse, Brennnessel, Kürbis und hochwertigen Krebssticks. Laub darf dauerhaft im Aquarium verbleiben und sollte aus unbelasteter, sicher bestimmter Quelle stammen.
Tierisches Futter wird ergänzend und sparsam angeboten. Geeignet sind beispielsweise Frostfutter, Insektenlarven, kleine Krebstiere oder proteinreiche Krebsfutter. Eine dauerhaft sehr eiweißreiche Ernährung kann Häutungsprobleme, schnelles ungesundes Wachstum und eine stärkere Wasserbelastung begünstigen.
Junge Krebse benötigen für Wachstum und Panzerbildung ebenfalls abwechslungsreiche Nahrung und eine zuverlässige Mineralstoffversorgung. Futter sollte an mehreren Stellen angeboten werden, damit unterlegene Tiere nicht verdrängt werden.
Vergesellschaftung mit Feuerkrebsen
Eine Vergesellschaftung mit schnellen, friedlichen Fischen der mittleren und oberen Wasserzone kann in einem ausreichend großen Aquarium funktionieren. Eine Garantie gibt es nicht: Schlafende, kranke oder bodennah ruhende Fische können erbeutet werden.
Langflossige, langsame und bodenlebende Arten sind besonders gefährdet. Schnecken, Garnelen und andere Wirbellose gehören grundsätzlich zum möglichen Beutespektrum. Die gemeinsame Haltung mit anderen Krebsarten ist wegen Revierkonflikten, Verletzungen und möglicher Krankheitsübertragung nicht empfehlenswert.
Zucht des Feuerkrebses
Die Nachzucht von Cherax snowden ist im Aquarium möglich. Nach der Paarung trägt das Weibchen die befruchteten Eier unter dem Hinterleib an den Schwimmbeinen. Während dieser Zeit sollte es möglichst wenig gestört werden und Zugang zu einem sicheren Versteck haben. Die Entwicklungsdauer hängt stark von der Temperatur ab.
Nach dem Schlupf bleiben die Jungkrebse zunächst beim Weibchen und werden nach weiteren Häutungen selbstständig. Ein frei schwimmendes Larvenstadium gibt es nicht. Sobald die Jungtiere selbstständig sind, benötigen sie sehr viele kleine Verstecke und Futterplätze. Kannibalismus lässt sich bei wachsenden Jungkrebsen nie vollständig ausschließen.
Eine großzügige Fläche, Größen-Sortierung, zahlreiche Röhren, Laub und eine gleichmäßige Fütterung verbessern die Überlebensrate. Der Filteransaugschutz muss auch für wenige Millimeter große Jungtiere sicher sein.
Hinweise
Krebse dürfen niemals in Teiche, Bäche oder andere natürliche Gewässer ausgesetzt werden. Gebietsfremde Flusskrebse können heimische Arten verdrängen, Lebensräume verändern und Krankheitserreger verbreiten. Vor Anschaffung, Weitergabe oder Zucht sind die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen zu prüfen.
Die bekannte Naturverbreitung von Cherax snowden ist klein und die Erstbeschreibung berichtet bereits von rückläufigen Beständen. Nachzuchten sind deshalb Wildfängen vorzuziehen.
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