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Gebänderter Harnischwels / Hexenwels - lat. Rineloricaria microlepidogaster

Geschätze Lesezeit: 6 Minuten
Nancy
23.09.2026

✔ Becken ab 100cm
✔ Omnivore
✔ Gruppe ab 3 Tieren

✔ Größe ~13cm
✔ Südamerika
✔ Alter bis 14 Jahre

Rineloricaria microlepidogaster in der Natur

Rineloricaria microlepidogaster, auch Gebänderter Harnischwels und in der Aquaristik häufig Hexenwels genannt, gehört zur Familie der Harnischwelse (Loricariidae). Die Art wurde 1904 von Charles Tate Regan ursprünglich als Loricaria microlepidogaster beschrieben. Der Typus stammt aus Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens.

Das wissenschaftlich bestätigte Verbreitungsgebiet umfasst Südostbrasilien, Uruguay und Argentinien. Besonders gut dokumentiert ist die Art im Einzugsgebiet der Lagoa dos Patos in Rio Grande do Sul. Sie kommt dort in einem großen Teil des Gewässersystems vor und gilt als an unterschiedliche Strömungs- und Untergrundverhältnisse angepasster Süßwasserfisch.

Der langgestreckte Körper ist im Kopf- und Brustbereich vergleichsweise breit und verjüngt sich deutlich zur Schwanzflosse. Knochenplatten schützen den Körper. Die Grundfarbe reicht von gelblich-grau bis braun; dunkle Querbinden und Flecken sorgen für Tarnung auf dem Gewässergrund. Wissenschaftlich dokumentiert ist eine maximale Standardlänge von 19,3 cm ohne Schwanzflosse.

Wasserwerte in der Heimat von Rineloricaria microlepidogaster

Die Art besiedelt ein ausgedehntes Gewässersystem mit jahreszeitlich und örtlich unterschiedlichen Bedingungen. Sie wurde in langsam bis schnell fließenden Gewässern, in klarem bis braunem Wasser sowie auf felsigem, sandigem und schlammigem Grund nachgewiesen. Einzelne Literaturwerte beschreiben den ökologischen Bereich, stellen aber keine ganzjährig konstante Messreihe eines einzigen Fundortes dar.

pH-Wert

Etwa 5,8–7,8 als veröffentlichter ökologischer Bereich

Leitwert

Keine belastbare artspezifische Fundortspanne veröffentlicht

Gesamthärte

Bis etwa 20 °dGH als veröffentlichter Toleranzwert; keine einheitliche Naturmessreihe

Karbonathärte

Nicht artspezifisch dokumentiert

Temperatur

Etwa 22–26 °C als veröffentlichter Bereich

Nitrat

Keine belastbare artspezifische Fundortspanne veröffentlicht

Die natürliche Lebensweise von Rineloricaria microlepidogaster

Der Gebänderte Harnischwels lebt überwiegend bodennah. Seine abgeflachte Körperform und das unterständige Saugmaul ermöglichen es ihm, sich auch in stärkerer Strömung am Untergrund zu halten und Oberflächen abzuweiden. Die Art nutzt unterschiedliche Mikrohabitate und wurde sowohl auf Felsen als auch auf Sand und Schlamm gefunden.

Rineloricaria microlepidogaster wird innerhalb der Gattung der morphologisch definierten „rocky group“ zugeordnet. Trotzdem ist sie nicht auf felsige Bereiche beschränkt. Die breite Habitatnutzung erklärt, weshalb sie im Lagoa-dos-Patos-System auch in sehr unterschiedlichen Fließgewässerabschnitten vorkommt.

Ernährung von Rineloricaria microlepidogaster in der Natur

Die Art ist omnivor und nimmt Nahrung von Oberflächen sowie vom Gewässergrund auf. Einen wesentlichen Anteil bilden Aufwuchs, Algen, Mikroorganismen und organisches Material. Ergänzend werden kleine tierische Organismen wie Zooplankton und wirbellose Kleintiere aufgenommen. Eine ausschließlich fleischliche Ernährung entspricht deshalb nicht dem natürlichen Nahrungsspektrum.

Geschlechterunterscheidung und Fortpflanzung

Ausgewachsene Männchen entwickeln deutlich sichtbare Odontoden an den Wangen beziehungsweise am Kopf und an den Strahlen oder Rändern der Brustflossen. Diese borstenartigen Hautzähnchen bilden den typischen „Backenbart“. Weibchen bleiben in diesen Bereichen glatter und wirken bei Laichansatz fülliger.

Artspezifische wissenschaftliche Angaben zur Fortpflanzung von Rineloricaria microlepidogaster sind begrenzt. Eier werden in engen Höhlen oder Röhren abgelegt und anschließend vom Männchen bewacht und befächelt. 

Der gebänderte Harnischwels im Aquarium

Als Bodengrund eignet sich feiner Sand oder sehr feiner, abgerundeter Kies. Die Tiere liegen häufig auf dem Untergrund und können sich teilweise leicht eingraben. Scharfkantiges Material sollte vermieden werden. Freie Bodenflächen müssen mit strukturierten Bereichen kombiniert werden. 

Wurzeln, glatte Steine und stabile Höhlen schaffen Deckung, Ruheplätze und große Weideflächen für Aufwuchs. Für eine mögliche Fortpflanzung werden enge Röhren benötigt, die etwas länger als der Körper des Welses und nur wenig breiter als sein Rumpf sind. Die Bepflanzung kann sich auf Rand- und Hintergrundbereiche sowie robuste Aufsitzerpflanzen konzentrieren.

Wasserwerttoleranzen im Aquarium

pH-Wert

6,0–7,5

Leitwert

Kein verlässlich festgelegter artspezifischer Haltungsbereich; stabile Werte sind entscheidend

Gesamthärte

2–20 °dGH

Karbonathärte

Niedrig bis mäßig; passend zum pH-Wert stabil halten

Temperatur

22–26 °C

Nitrat

Möglichst niedrig; regelmäßige Teilwasserwechsel und gute Bodenhygiene

Haltung von Rineloricaria microlepidogaster

Für ein Paar oder eine kleine Gruppe ist ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge empfehlenswert. Bei mehreren Männchen muss das Becken ausreichend groß und gut strukturiert sein, damit jedes Tier Rückzugsräume findet. Trotz ihrer friedlichen Grundhaltung können geschlechtsreife Männchen geeignete Höhlen und Ruheplätze verteidigen.

Die Art benötigt sauberes und sauerstoffreiches Wasser. Eine gute Filterung und eine mäßige bis kräftigere Strömung bilden die natürlichen Bedingungen nach, wobei auch ruhigere Bereiche vorhanden sein sollten. Regelmäßige Teilwasserwechsel und das Entfernen liegen gebliebener Futterreste verhindern eine hohe organische Belastung. Die häufig genannte Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren ist aquaristisch plausibel, aber wissenschaftlich nicht ausreichend artspezifisch belegt.

Ernährung von Rineloricaria microlepidogaster im Aquarium

Der Gebänderte Harnischwels ist ein Allesfresser, dessen Nahrung einen deutlichen Anteil pflanzlicher und aufwuchsbasierter Bestandteile enthalten sollte. Geeignet sind hochwertige sinkende Tabletten und Granulate mit Algen, Spirulina oder anderen pflanzlichen Bestandteilen sowie überbrühtes Gemüse. Natürlicher Aufwuchs auf Wurzeln und Steinen ergänzt den Speiseplan.

Tierische Nahrung wird ebenfalls aufgenommen, sollte aber nicht allein gefüttert werden. Kleine Portionen Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Cyclops, Mückenlarven oder feine Würmer sorgen für Abwechslung. Eine dauerhaft sehr proteinreiche Ernährung kann zu Verdauungsproblemen und einer unnötig hohen Wasserbelastung führen.

Vergesellschaftung mit Rineloricaria microlepidogaster

Die Art ist gegenüber anderen friedlichen Fischen in der Regel verträglich. Geeignet sind ruhige Salmler, kleinere Bärblinge und andere nicht aggressive Arten, die ähnliche Wasserwerte und Temperaturen bevorzugen. Große, räuberische oder sehr ruppige Fische sind ungeeignet.

Bei weiteren Bodenfischen muss darauf geachtet werden, dass ausreichend Grundfläche, Höhlen und Futterplätze vorhanden sind. Besonders während der Fortpflanzungszeit können besetzte Röhren verteidigt werden. Sehr kleine Garnelen und frisch geschlüpfte Jungtiere können als Nahrung aufgenommen werden.

Zucht des Gebänderten Harnischwelses

Für einen Zuchtversuch sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser, mehrere passende Röhren und abwechslungsreich ernährte Elterntiere wichtig. Frisch geschlüpfte Jungtiere benötigen nach dem Verbrauch des Dottersacks feinen Aufwuchs, geeignete pflanzliche Nahrung sowie sehr kleine tierische Futterorganismen. 

Hinweise

Die Bezeichnung „Hexenwels“ wird für verschiedene Arten der Gattung Rineloricaria verwendet und ist deshalb nicht eindeutig. Für eine verlässliche Bestimmung sollten der wissenschaftliche Name, die Herkunft und charakteristische Körpermerkmale berücksichtigt werden.

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