Gefleckte Blauauge - lat. Pseudomugil gertrudae
✔ Becken ab 80cm |
✔ Omnivore |
✔ Gruppe ab 8 Tieren |
✔ Größe ~4cm |
✔ Neuguinea |
✔ Alter bis 3 Jahre |
Der Pseudomugil gertrudae in der Natur
Wasserwerte in der Heimat der Pseudomugil gertrudae
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Die natürliche Lebensweise der Pseudomugil gertrudae
Ernährung der Pseudomugil gertrudae in der Natur
Geschlechtsunterschiede beim Gefleckten Blauauge
Männchen sind größer, schlanker und deutlich farbenprächtiger als Weibchen. Ihre Rücken-, Bauch- und Afterflossen werden mit zunehmendem Alter länger und zeigen farbige Spitzen sowie regelmäßig angeordnete dunkle Punkte. Bei der Balz stellen die Männchen ihre Flossen weit auf und schwimmen präsentierend neben Artgenossen. Weibchen besitzen kürzere Flossen und eine zurückhaltendere Zeichnung.
hr Körper wirkt besonders bei Laichansatz etwas rundlicher. Jungtiere lassen sich zunächst nur schwer unterscheiden, da sich die charakteristischen Flossen der Männchen erst mit zunehmender Geschlechtsreife vollständig entwickeln.
Das Gefleckte Blauauge im Aquarium
Das Gefleckte Blauauge (Pseudomugil gertrudae) ist ein kleiner, lebhafter Schwarmfisch mit auffallend blauen Augen und einem faszinierenden Balzverhalten. Seine goldgelbliche Grundfärbung kann silbrig bis grau schimmern. Je nach Fundortform unterscheiden sich die Tiere deutlich in der Intensität ihrer gelben, rötlichen oder schwarzen Flossenzeichnung.
Besonders die Männchen machen diese Art zu einem Blickfang. Während der Balz richten sie ihre verlängerten, punktierten Flossen auf und präsentieren sie wie Schmetterlingsflügel. In einer ausreichend großen Gruppe zeigen die Tiere ihre volle Farbpracht und ihr natürliches Sozialverhalten.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
| pH-Wert | ca. 6,0–8,0 |
| Leitwert | je nach Fundortform unterschiedlich; wichtiger sind stabile Werte und eine langsame Eingewöhnung |
| Gesamthärte | ca. 3–15 °dGH |
| Karbonathärte | niedrig bis mittelhart; stabile Bedingungen sind entscheidend |
| Temperatur | ca. 22–26 °C |
| Nitrat | möglichst niedrig, idealerweise unter 20 mg/l |
Wildpopulationen von Pseudomugil gertrudae kommen in sehr unterschiedlichen Gewässern vor. Manche Fundorte besitzen weiches, saures Schwarzwasser, andere deutlich mineralreicheres und nahezu neutrales Wasser. Nachzuchten sind meist an einen breiteren Bereich gewöhnt. Extreme Werte und abrupte Veränderungen sollten dennoch vermieden werden.
Haltung von Gefleckten Blauaugen im Aquarium
Gefleckte Blauaugen sind ausgeprägte Gruppentiere und sollten mit mindestens zehn Artgenossen gehalten werden. Eine größere Gruppe wirkt ruhiger, zeigt ein natürlicheres Schwarmverhalten und ermöglicht den Männchen, ihre Balz auf mehrere Tiere zu verteilen. In zu kleinen Gruppen können die Fische unsicher wirken und ihre intensive Färbung weniger deutlich zeigen.
Für die dauerhafte Haltung einer Gruppe empfehlen wir ein Aquarium ab etwa 60 cm Kantenlänge und ungefähr 80 Litern. Kleinere Becken werden teilweise als Mindestgröße genannt, bieten einem aktiven Schwarm jedoch nur begrenzten Schwimmraum. Aquarien ab etwa 100 Litern sind besonders vorteilhaft, wenn mehrere Männchen gepflegt oder weitere Fischarten vergesellschaftet werden sollen.
Das Aquarium muss vollständig eingefahren sein. Gefleckte Blauaugen reagieren empfindlich auf Nitrit, eine hohe organische Belastung und plötzliche Schwankungen der Wasserchemie. Eine gute Filterung, ausreichende Sauerstoffversorgung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind deshalb wichtiger als das Ausschöpfen möglichst weiter Wasserwertgrenzen.
Aquariengestaltung für Gefleckte Blauaugen
Das Aquarium sollte an den Seiten und im Hintergrund üppig bepflanzt sein, gleichzeitig aber ausreichend freien Schwimmraum bieten. Feinfiedrige Pflanzen und Moose dienen als Rückzugsort und später als Laichsubstrat. Eine leichte bis mittlere Strömung und gut sauerstoffreiches Wasser entsprechen den Bedürfnissen der schwimmfreudigen Tiere.
Schwimmpflanzen dämpfen das Licht und vermitteln Sicherheit. Wurzeln, beispielsweise Moorkienholz, sowie Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter schaffen zusätzliche Strukturen und geben Huminstoffe ab. Die Art eignet sich auch für ein Schwarzwasseraquarium, sofern die jeweilige Fundortform beziehungsweise Nachzucht an weiches und saures Wasser gewöhnt ist.
Dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht bringen die schimmernden Farben besonders gut zur Geltung. Die freie Wasserzone darf trotz dichter Bepflanzung nicht zu klein werden. Eine dicht schließende Abdeckung ist empfehlenswert, da kleine Regenbogenfische bei Schreckreaktionen springen können.
Ernährung des Gefleckten Blauauges
Pseudomugil gertrudae ernährt sich von Zooplankton, kleinen Wirbellosen und feinen pflanzlichen Bestandteilen. Im Aquarium ist die Art bei der Futtergröße anspruchsvoller als bei der Futterart. Als Orientierung gilt: Ein einzelnes Futtertier beziehungsweise Futterstück sollte nicht wesentlich größer als das Auge des Fisches sein.
Besonders geeignet sind Artemia-Nauplien, Cyclops, Moina, kleine Wasserflöhe, Mikrowürmer und anderes feines Lebendfutter. Passendes Frostfutter sowie fein zerriebenes Flockenfutter oder schwimmendes Mikrogranulat können den Speiseplan ergänzen. Größere oder schnell absinkende Futterstücke werden häufig nicht aufgenommen.
Mehrere kleine Fütterungen sind einer großen Portion vorzuziehen. In einem Gesellschaftsaquarium muss kontrolliert werden, ob die eher kleinen Blauaugen ausreichend Futter erhalten und nicht von schnelleren Mitbewohnern verdrängt werden.
Vergesellschaftung mit Gefleckten Blauaugen
Gefleckte Blauaugen sind friedlich, können in einem klassischen Gesellschaftsaquarium aber leicht unterdrückt oder beim Fressen verdrängt werden. Geeignete Partner sind ähnlich kleine, ruhige Blauaugen, kleine Regenbogenfische und friedliche bodenorientierte Arten. Alle Mitbewohner müssen vergleichbare Ansprüche an Temperatur und Wasserqualität besitzen.
Große, hektische, aggressive oder stark revierbildende Fische sind ungeeignet. Eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist grundsätzlich möglich. Erwachsene Garnelen werden normalerweise nicht gezielt verfolgt, sehr kleine Junggarnelen können jedoch als Nahrung aufgenommen werden. Dichte Moose, feine Pflanzen und Laub erhöhen ihre Überlebenschancen.
Zucht von Pseudomugil gertrudae
Gefleckte Blauaugen sind Dauerlaicher beziehungsweise portionsweise laichende Haftlaicher. Gut konditionierte Weibchen legen über mehrere Tage hinweg täglich wenige Eier ab. Diese werden mit feinen Haftfäden an Moosen, feinfiedrigen Pflanzen, Schwimmpflanzenwurzeln oder einem künstlichen Laichmopp befestigt. Während der Eiablage schwimmt das Männchen dicht neben dem Weibchen und befruchtet die Eier.
Da die Elterntiere Eier und frisch geschlüpfte Jungfische fressen können, wird der Laichmopp regelmäßig kontrolliert und mitsamt den Eiern in ein separates, eingefahrenes Aufzuchtgefäß überführt. Alternativ können die Eier vorsichtig abgesammelt werden. Ein luftbetriebener Schwammfilter sorgt für sanfte Wasserbewegung, ohne Larven einzusaugen.
Je nach Temperatur schlüpfen die Larven meist nach ungefähr 10–18 Tagen. Die häufig genannten 12–14 Tage liegen innerhalb dieses Bereichs. Die winzigen Jungfische halten sich anfangs nahe der Wasseroberfläche auf und benötigen sehr feines Erstfutter wie Pantoffeltierchen, Rädertierchen oder anderes geeignetes Infusorienfutter. Sobald sie groß genug sind, können Mikrowürmer und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien angeboten werden.
Während der Aufzucht sind stabile Wasserwerte, eine sehr geringe Keimbelastung und mehrere kleine Fütterungen pro Tag entscheidend. Futterreste müssen vorsichtig entfernt und kleine, gut temperierte Teilwasserwechsel durchgeführt werden. Ein eingefahrenes, bepflanztes Aufzuchtbecken liefert zusätzlich natürliche Mikroorganismen.
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