L91 - Orangesaum-Rüsselzahnwels - lat. Leporacanthicus triactis
✔ Becken ab 150cm |
✔Carnivore |
✔ Einzeln /Gruppe |
✔ Größe ~30cm |
✔ Südamerika |
✔ Alter bis - Jahre |
Der L91 - Leporacanthicus triactis in der Natur
Der Orangesaum-Rüsselzahnwels (Leporacanthicus triactis) gehört zur Familie der Harnischwelse (Loricariidae). Die Art wurde 1992 von Isbrücker, Nijssen und Nico anhand von Tieren aus Zuflüssen des oberen Orinoco wissenschaftlich beschrieben. In der Aquaristik ist sie vor allem unter der L-Nummer L91 sowie als Three Beacon Pleco oder Orange Seam Vampire Pleco bekannt.
Charakteristisch sind die orangefarbenen Partien an Rücken- und Schwanzflosse. Bei Jungtieren kann sich die Färbung über große Teile der Flossen erstrecken. Mit zunehmendem Alter reduziert sie sich häufig auf die vorderen Flossenstrahlen, verschwindet aber normalerweise nicht vollständig. Der wissenschaftliche Artname triactis leitet sich von den griechischen Wörtern für „drei“ und „Strahlen“ ab und bezieht sich auf die Anzahl der Analflossenstrahlen.
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst das obere Orinoco-Becken in Venezuela und Kolumbien. Nachweise liegen unter anderem aus venezolanischen Orinoco-Zuflüssen vor. Die Art lebt bodenorientiert und nutzt tiefe Hohlräume, Felsspalten sowie selbst gewählte oder ausgearbeitete Wohnröhren in Uferbereichen.
Wasserwerte in der Heimat der L91 - Leporacanthicus triactis
Für einzelne Fundorte wurden warmes, weiches bis mäßig mineralisiertes Wasser und ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert dokumentiert. An einem beschriebenen Fangplatz mit tiefen Löchern im Steilufer wurden 27 °C und ein pH-Wert von 6,5 bei schwacher bis mäßiger Strömung gemessen. Naturwerte können je nach Zufluss, Wasserstand und Jahreszeit abweichen.
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pH -Wert |
etwa 6,5–7,5 |
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Leitwert |
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Gesamthärte |
weich bis mäßig mineralisiert; standortabhängig |
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Karbonathärte |
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Temperatur |
am dokumentierten Fundort 27
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Nitrat |
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Die natürliche Lebensweise der L91 - Leporacanthicus triactis
Leporacanthicus triactis hält sich überwiegend am Gewässergrund auf. Erwachsene Tiere wurden aus etwa 50 cm tiefen Löchern in lehmigen beziehungsweise schlammigen Steilufern geborgen. Solche Wohnröhren und andere enge Hohlräume dienen als Tagesversteck, Revierzentrum und wahrscheinlich als Fortpflanzungsplatz.
Die Art ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Gegenüber anderen Fischarten verhält sie sich meist ruhig. Ausgewachsene Männchen können jedoch Wohnhöhlen und den umliegenden Bereich energisch gegen Artgenossen verteidigen. Die verfügbaren Hohlräume beeinflussen daher Sozialstruktur und Verteilung der Tiere.
Ernährung der L91 - Leporacanthicus triactis in der Natur
Der Orangesaum-Rüsselzahnwels ist überwiegend carnivor. Typisch für die Gattung sind wenige, besonders lange Oberkieferzähne und kräftige Kiefer. Diese Bezahnung eignet sich dazu, tierische Nahrung aus Spalten, Gehäusen und anderen schwer zugänglichen Bereichen herauszulösen.
Als natürliche Beute kommen vor allem Krebstiere, Insektenlarven, Weichtiere und weitere bodenlebende Wirbellose infrage. Algen und pflanzliche Bestandteile können zusammen mit Aufwuchs oder Beutetieren aufgenommen werden, bilden jedoch nicht den Schwerpunkt der Ernährung. L91 ist deshalb weder als Algenfresser noch als holzfressender Harnischwels einzuordnen.
Geschlechterunterscheidung und Brutverhalten
Geschlechtsreife Männchen besitzen gewöhnlich einen breiteren Kopf und kräftigere Brustflossenstacheln. Zusätzlich entwickeln sie kurze, dicke Odontoden an den Kiemendeckeln sowie borstenartige Hautzähnchen am Kopf und Schnauzenrand. Weibchen wirken bei Laichansatz in der Körpermitte fülliger. Leporacanthicus triactis ist ein Höhlenbrüter.
Das Gelege wird in einer engen Wohnröhre oder Felsspalte abgelegt und anschließend vom Männchen bewacht und mit sauerstoffreichem Wasser versorgt. Feldbeobachtungen zu Fortpflanzungszeit, Gelegegröße und Entwicklung sind begrenzt; erfolgreiche Aquariennachzuchten bestätigen jedoch dieses für viele Harnischwelse typische Brutverhalten.
Der L91 - Orangesaum-Rüsselzahnwels im Aquarium
Das Aquarium benötigt zahlreiche stabile Verstecke und deutlich mehr Höhlen als Welse. Geeignet sind robuste Ton- und Schieferhöhlen in verschiedenen Größen sowie Spalten zwischen standsicher aufgebauten Steinen und Wurzeln. Für geschlechtsreife Tiere müssen die Röhren so bemessen sein, dass der Wels hineinpasst, aber mit Körper und Flossen Kontakt zu den Wänden halten kann.
Als Bodengrund eignen sich Sand oder abgerundeter Kies. Scharfkantige Materialien sind ungeeignet, da die unbeschuppte Bauchseite empfindlicher ist als der gepanzerte Rücken. Schwere Steine und Höhlen müssen kippsicher direkt auf dem Beckenboden stehen. Wurzeln strukturieren das Aquarium und schaffen Schattenplätze, sind für L91 jedoch keine zwingende Nahrungsquelle. Der Orangesaum-Rüsselzahnwels gehört nicht zu den holzfressenden Panaques. Robuste Pflanzen können verwendet werden, solange sie die Bodenfläche und Höhleneingänge nicht blockieren.
Die Filterung sollte großzügig dimensioniert sein. Kräftige Wasserbewegung, eine hohe Sauerstoffsättigung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind besonders bei 26 bis 29 °C wichtig. Mulm und Futterreste müssen aus strömungsarmen Bereichen entfernt werden. Da kräftige Tiere möglicherweise an weichem Material arbeiten, sollten Silikonnähte und technische Leitungen regelmäßig kontrolliert werden.
Wasserwerttoleranzen im Aquarium
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pH -Wert |
5,5–7,5; günstig etwa 6,0–7,2
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Leitwert |
weiches bis mäßig mineralisiertes Wasser |
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Gesamthärte |
etwa 2–15 °dGH; kurzfristig wird ein größerer Bereich toleriert |
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Karbonathärte |
0–5 °dKH |
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Temperatur |
26–29 °C |
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Nitrat |
möglichst unter 20 mg/l; Nitrit nicht nachweisbar |
Haltung von L91 - Orangesaum-Rüsselzahnwels im Aquarium
Für eine Gruppe sollte das Aquarium mindestens 150 cm Kantenlänge und eine großzügige Grundfläche besitzen. Ein einzelnes Tier kann in einem etwas kleineren, mindestens etwa 120 cm langen Becken gepflegt werden, sofern ausreichend Raum, Filterleistung und passende Verstecke vorhanden sind. Für mehrere ausgewachsene Männchen ist deutlich mehr Platz sinnvoll.
Eine Gruppenhaltung ist möglich und ermöglicht arttypische Interaktionen. Sie darf jedoch nicht als zwingend konfliktfreie Haltungsform verstanden werden. Einzelne adulte Männchen können Artgenossen schwer bedrängen.
Die Tiere müssen sich vollständig aus dem Sichtfeld gehen können, und ein Ausweichbecken sollte verfügbar sein, falls sich die Aggression nicht durch eine größere Grundfläche und bessere Strukturierung entschärfen lässt.
Ernährung des L91 - Orangesaum-Rüsselzahnwels im Aquarium
L91 ist überwiegend carnivor und benötigt eine proteinreiche, aber abwechslungsreiche Ernährung. Geeignet sind Muschelfleisch, Garnelen, Krill, Mysis, Artemia, Insektenlarven und hochwertiges sinkendes Wels- oder Raubfischfutter.
Größere Futterstücke sollten so angeboten werden, dass auch zurückhaltende Tiere in ihren Revieren Nahrung erhalten. Pflanzliche Bestandteile und Algen werden gelegentlich aufgenommen, bilden aber nicht die Grundlage der Ernährung. Gemüse, Laub und Holz ersetzen daher keine tierische Hauptnahrung.
Sehr fettreiche Futtermittel und einseitige Fütterung sollten vermieden werden. Futterreste sind wegen der warmen Haltungstemperatur zeitnah zu entfernen.
Vergesellschaftung mit dem L91 - Orangesaum-Rüsselzahnwels
Gegenüber friedlichen Fischen der mittleren und oberen Wasserzone verhält sich Leporacanthicus triactis meist ruhig. Geeignete Mitbewohner müssen die hohen Temperaturen, gute Strömung und sauerstoffreiches Wasser vertragen.
Sehr kleine Garnelen, Schnecken und andere Wirbellose können als Nahrung betrachtet werden. Andere bodenbewohnende Fische sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Entscheidend sind Beckengröße, Struktur, Anzahl der Höhlen und die Verteilung der Futterplätze. Von einer Kombination mehrerer großer, territorialer Harnischwelsarten in knapp bemessenen Aquarien ist abzuraten.
Zucht des L91 - Orangesaum-Rüsselzahnwels im Aquarium
Die Nachzucht ist im Aquarium bereits mehrfach gelungen, gilt aber weiterhin als anspruchsvoll. Geschlechtsreife Tiere benötigen sauberes, warmes und sauerstoffreiches Wasser sowie mehrere einseitig geschlossene Höhlen im Bereich einer guten Strömung.
Abwechslungsreiche proteinreiche Fütterung und regelmäßige Wasserwechsel unterstützen die Kondition der Zuchttiere. Das Weibchen legt die Eier in der ausgewählten Höhle ab. Anschließend übernimmt das Männchen die Bewachung und belüftet das Gelege durch Flossenbewegungen.
Bei großen Tieren sind umfangreiche Gelege möglich. Während der Brutpflege darf die Höhle nicht unnötig gestört werden. Nach dem Verbrauch des Dottersacks können die Jungtiere mit Artemia-Nauplien, Cyclops, fein zerkleinertem proteinreichem Welsfutter und kleinen Krebstieren ernährt werden. Sehr gute Wasserhygiene und eine gleichmäßige Sauerstoffversorgung sind während der Aufzucht entscheidend.
Besondere Hinweise
Die orange Färbung kann je nach Alter, Herkunft, Stimmung und Beleuchtung unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine schwächere Ausdehnung des Flossensaums bei ausgewachsenen Tieren ist normal und kein Hinweis auf eine falsche Artzuordnung.
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