Zuchtbericht Kardinalfisch - lat. Tanichtys albonubes
Unser Zuchtbericht für den Einsteigerfisch Tanichtys albonubes bzw. Kardinalfisch im Aquarium
Der Tanichthys albonubes, egal ob in der goldenen, grauen, natürlichen oder roten Variante, ist ein durchaus recht beliebter Einsteigerfisch in der Aquaristik. Der Grund dafür ist die einfache Haltung und die kleinere Größe.
Zucht des Kardinalfisches im Gesellschaftsbecken
Die Zucht im Gesellschaftsbecken würden wir bei den Kardinalfischen als eher nicht erfolgreich einstufen. Dies liegt zum einen daran, dass die Kardinalbärblinge sehr intensive Laichräuber sind und ihren Laich gern danach selbst fressen oder auch ein hinterherschwimmender Bärbling oder andere im Aquarium befindliche Tiere und dann die Eier einfach verspeisen. Deshalb ist eine Zucht im Gesellschaftsbecken auf gut Glück eher nicht möglich und nicht sinnvoll.
Zuchtbecken für Kardinalfische - Tanichtys albonubes
Das Zuchtbecken für die aktive Kardinalfischzucht muss nicht vollständig eingerichtet sein. Ihr könnt eine flache Schicht Bodengrund einfügen und ein paar Pflanzen einsetzen, die jedoch nicht feinfiedrig sind. Wenn ihr in den Becken die Larven ziehen wollt, empfehlen wir, das Zuchtbecken eher kahl zu lassen, um es besser reinigen zu können. Es muss für den Ablaichvorgang oder den Aufzuchtvorgang nicht zwingend ein Luftfilter vorhanden sein. Dieser erspart euch jedoch den täglichen Wasserwechsel. Ein kleiner Sprudelstein ist für den Gasaustausch in der Aufzuchtphase auch ausreichend.
Wenn ihr mit natürlichem Laichsubstrat arbeiten wollt, könnt ihr feines Moos im Becken platzieren. Wer es gern einfach mag, kann auch sogenannte Laichmops bauen und diese für die aktive Zucht verwenden. Wir arbeiten lieber mit Laichmops, weil diese schneller nach dem Laichvorgang wieder entnommen werden können.
Solltet ihr die Bärblinge in einem Gesellschaftsbecken oder im normalen Aquarium nachziehen wollen, empfehlen wir eine Schale oder Box, in welche ihr Micromec und eine Portion Moos gebt.
Im Moos laichen die Tiere ab und da die Larven innerhalb von 48 h schlüpfen, fallen diese dann zwischen das Micromec und sind damit im ersten Moment vor Laichräubern geschützt. Auch lassen sie sich so am Anfang noch einfacher entfernen, um sie separat aufzuziehen.
Zuchtvorgang / Ablauf der Kardinalfisch Zucht
Der Ablauf der Zucht ist recht einfach und kann auf 2 Wegen erfolgen.
1. Ansatz von 5er-Gruppen: 3 Weibchen und 2 Männchen, welche guten Laichansatz haben und gut im Futter stehen. Vor dem Ansetzen empfehlen wir, die Bärblinge mit hochwertigem Lebendfutter zu füttern. Hier eignen sich Artemia, Grindalwürmer, Microfex oder auch andere kleine Insektenlarven.
2. Laichmop oder Laichbox ins Haltungsbecken hängen oder stellen und nach 2 Tagen in ein Aufzuchtbecken überführen und warten.
Bei 2. ist zu beachten: Je mehr Fische im Becken sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Laichräuberei stattfindet. Deshalb empfehlen wir für eine ergiebige Zucht lieber ein separates Becken für 48h.
Wenn ihr die Tiere umgesetzt habt, hängt einen Knäuel Moos oder einen Laichmops für 48h ins Laichbecken. Der Laichvorgang findet oft früh nach dem Sonnenaufgang bzw. nach dem Lichtanschalten statt. Nach 48 h solltet ihr die Zuchttiere wieder aus dem Becken nehmen. Alternativ könnt ihr auch den Mopp austauschen oder vorhandene Eier aus dem Mopp absammeln und in eine Schale zum Schlupf geben. Die Eier sind mit höchster Vorsicht zu behandeln. Bereits nach 48h nach dem Ablaichen schlüpfen die Larven und hängen dann meist senkrecht an den Scheiben.
Füttern solltet ihr die Jungfische erst, sobald der Dottersack verbraucht ist. Das ist meist der Fall nach weiteren 3-5 Tagen und gut am Freischwimmen zu erkennen. Als Aufzuchtfutter bieten sich Infusorien, Mikrowürmer und Nauplien an. Ihr könnt es auch mit feinstem Trockenfutter versuchen, dann sollten aber auf jeden Fall Schnecken im Becken sein, die sich um das nicht aufgefutterte kümmern, damit keine hohe Bakteriendichte entsteht.
Nun heißt es einfach, die Jungfische aufziehen. Es können auch mehrere Generationen in einem Becken aufgezogen werden. Solange die Jüngeren keine Futtergröße haben, betreiben sie keinen Kannibalismus. Ab einer Größe von rund 1cm fressen sie feines Trockenfutter. Wir empfehlen dazu ein feines und hochwertiges, wie z.B. Discusfood Artemia-Mikrogranulat.
Alternativ können die Larven und Jungfische auch mit bei uns erhältlichen Aufzuchtfutter gefüttert werden. Hier sind in der Larvenphase die Microwürmer, Essigälchen udn Infusorien sehr gut geeignet. Im Späteren Wachstum auch die Grindalwürmer oder selbst gezüchtete Artemianauplien.








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