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Schwarzer Phantomsalmler - lat. Hyphessobrycon megalopterus

Schwarzer Phantomsalmler - lat. Hyphessobrycon megalopterus

Geschätze Lesezeit: 9 Minuten
Nancy
10.10.2026


✔ Becken ab 80cm
✔ Omnivore
✔ Gruppe ab 8 Tieren

✔ Größe ~4,5cm
✔ Südamerika
✔ Alter bis 6 Jahre


Der Hyphessobrycon megalopterus in der Natur

Der Schwarze Phantomsalmler ist ein kleiner südamerikanischer Salmler aus Bolivien und Brasilien. Sein Verbreitungsgebiet umfasst das obere Einzugsgebiet des Río Paraguay sowie das Flusssystem des Rio Guaporé. Der lange gebräuchliche wissenschaftliche Name lautet Hyphessobrycon megalopterus. 

Nach einer phylogenetischen Neuordnung wird die Art heute wieder als Megalamphodus megalopterus geführt. Die Art bewohnt langsam fließende Gewässer, kleine Seen und überschwemmte Bereiche der Flussauen. Besonders wichtig sind dichte Ufer- und Wasserpflanzen, Wurzelgeflechte, herabgefallene Äste und beschattete Randzonen. Unter den Wurzeln von Wasserhyazinthen finden die Tiere Schutz und eine große Auswahl kleiner wirbelloser Beutetiere. 

Während der Regenzeit werden weite Teile der Auen überflutet. Dadurch entstehen zusätzliche Nahrungs- und Laichplätze. Die Salmler halten sich häufig in Ufernähe auf und können gemeinsam mit anderen kleinen Salmlerarten lockere, gemischte Gruppen bilden.

Wasserwerte in der Heimat der Hyphessobrycon megalopterus

pH -Wert

An beschriebenen Fundorten etwa 5,7; regional schwankend

Leitwert

 

 Gesamthärte

An beschriebenen Fundorten teils unter 1 °dGH

 Karbonathärte

 Sehr gering;

 Temperatur

 ungefähr 22–28 °C

 Nitrat

 

Die natürliche Lebensweise der Hyphessobrycon megalopterus

Schwarze Phantomsalmler leben gesellig und nutzen vor allem die mittleren Wasserbereiche sowie pflanzenreiche Randzonen. Innerhalb der Gruppe führen die Männchen auffällige Imponierkämpfe aus. 

Dabei werden die Flossen weit aufgespannt und die Körperfärbung verdunkelt sich. Solche ritualisierten Auseinandersetzungen dienen der Rangordnung und enden gewöhnlich ohne Verletzungen.

Ernährung des Hyphessobrycon megalopterus in der Natur

Die Art ernährt sich omnivor, wobei kleine tierische Organismen einen wesentlichen Teil der Nahrung ausmachen. Gefressen werden unter anderem Insekten und deren Larven, kleine Würmer, Krebstiere und anderes Zooplankton. 

Zusätzlich werden feines organisches Material und pflanzliche Bestandteile aufgenommen. Besonders ergiebige Nahrungsplätze befinden sich zwischen Pflanzenwurzeln und eingetragenem Totholz.

Geschlechterunterscheidung und Brutverhalten

Die Geschlechter lassen sich bei ausgewachsenen Tieren gut unterscheiden. Männchen sind überwiegend grau bis schwarz gefärbt und besitzen eine deutlich verlängerte, fahnenartige Rückenflosse sowie längere Afterflossenstrahlen. Weibchen zeigen rötliche Körper- und Flossenpartien und wirken bei Laichansatz fülliger.

Der Schwarze Phantomsalmler ist ein Freilaicher und betreibt keine Brutpflege. Während der Regenzeit stehen in den überfluteten Auen zahlreiche feine Pflanzen, Wurzeln und andere Strukturen als Laichsubstrat zur Verfügung. Die Eier werden zwischen Pflanzen beziehungsweise über feinem Substrat verstreut. Nach dem Ablaichen sind die Eltern nicht an der Versorgung des Nachwuchses beteiligt und können Eier sowie Larven fressen.

Der Schwarze Phantomsalmler im Aquarium

Das Aquarium für den schwarzen Phantomsalmler sollte sehr gut strukturiert werden, damit die Männchen ausreichend Abstand in den Revieren haben und jeder seines findet. 

Dazu könnt ihr verschiedene Wasserpflanzen nutzen und den Randbereich, Hintergrund und die Mitte gut und üppig bepflanzen. Zusätzlich könnt ihr mit verschiedenen Steinen und Wurzeln unterschiedliche Strukturen schaffen und kleine Reviere bauen. Dies ist aber auch wichtig, um ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und Ruhezonen zu schaffen für die Tiere.

An den Bodengrund haben die Tiere keine weiteren Ansprüche, sodass ihr hier einen Bodengrund nach euren Vorstellungen nutzen könnt.

Wasserwerttoleranzen im Aquarium

pH -Wert

 6 - 7.5

Leitwert

 ~50 - 600  µS

 Gesamthärte

1 - 15

 Karbonathärte

 1 - 4

 Temperatur

 22 - 29°

 Nitrat

< 30mg / Liter


Haltung von schwarzen Phantomsalmlern im Aquarium

Der schwarze Phantomsalmler ist dem roten sehr ähnlich in der Haltung. Auch hier ist ein ausgeprägtes Gruppenverhalten vorhanden und Männchen bilden kleine Reviere im Becken, die gegenüber Artgenossen und besonders anderen Männchen verteidigt werden. Deshalb solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr mehr Weibchen als Männchen in eurer Gruppe habt, um den Stress zu reduzieren.

Ansonsten könnt ihr die rund 4,5cm großen Salmler bereits in einem Aquarium ab 80cm Kantenlänge halten. Wenn ihr jedoch weiter Zierfische im gleichen Schwimmbereich einsetzen wollt,  so solltet ihr zu einem Becken mit mindestens 100cm Kantenlänge greifen. So vermeidet ihr zusätzlichen Stress und einen Überbesatz, der eure Wasserqualität beeinflussen kann.

Weiches Wasser, welches zudem leicht sauer ist, fördert das Wohlbefinden und ihr erhöht damit die Lebenserwartung der Tiere. Diese liegt im Allgemeinen bei ca. 6 Jahren.

Ernährung von schwarzen Phantomsalmlern im Aquarium

Der schwarze Phantomsalmler ist bei der Ernährung im Aquarium nicht wählerisch und zählt ebenfalls zu den omnivoren Tieren und damit zu den Allesfressern.

Im Normalfall sollten die Tiere verschiedenes hochwertiges Trockenfutter ohne Probleme annehmen, egal ob es sich um Flockenfutter oder Granulat handelt. Ein gutes Flockenfutter ist das Bug Bits für tropische Fische oder die Söll Organix Flakes.

Wer Abwechslung in die Ernährung bringen will, der kann verschiedenes Lebendfutter oder Frostfutter als Snack mit anbieten. Alternativ gehen auch gefriergetrocknete Würmer oder Artemia, wenn jemand das Futter nicht im Kühlschrank oder Frost mag. 



Vergesellschaftung mit dem Schwarzem Phantomsalmler

Schwarze Phantomsalmler sind friedlich und können gut mit ähnlich ruhigen Fischen vergesellschaftet werden, die vergleichbare Wasserwerte bevorzugen. Geeignet sind beispielsweise andere friedliche Salmler sowie Panzerwelse. Sehr große, aggressive oder hektische Arten sind keine passenden Mitbewohner. 

Eine Haltung mit adulten Zwerggarnelen ist in einem gut strukturierten Aquarium möglich. Sehr kleine Garnelen und Garnelennachwuchs werden jedoch als Nahrung betrachtet. Schnecken werden normalerweise nicht behelligt.

Zucht des schwarzem Phantomsalmler

Für eine gezielte Zucht eignet sich ein separates, schwach beleuchtetes Aquarium mit sehr sauberem, weichem und leicht saurem Wasser. Die gelegentlich verwendete Formulierung „leicht alkalisch bei pH 6,5“ ist widersprüchlich: Ein pH-Wert von 6,5 liegt im leicht sauren Bereich. Feinfiedrige Pflanzen, Javamoos, Laichmopps oder ein Laichrost schützen einen Teil der Eier vor den Eltern. Ein gut konditioniertes Paar oder eine kleine Zuchtgruppe wird mit abwechslungsreichem Lebend- und Frostfutter vorbereitet. 

Nach dem Ablaichen müssen die Eltern entfernt werden, da sie Laichräuber sind. Auch eine Abdunklung des Zuchtbeckens ist sinnvoll, weil Eier und junge Larven lichtempfindlich sein können. Bei ungefähr 24–26 °C schlüpfen die Larven meist nach ein bis zwei Tagen. Nach etwa fünf Tagen schwimmen sie frei. 

Als Erstfutter eignen sich Infusorien und Rädertierchen; später können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Mikrowürmer angeboten werden. Eine geringe Keim- und Nitratbelastung ist für die empfindlichen Jungfische besonders wichtig.

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